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Georg Hajdus Online-Oper „Der Sprung“

Wenn zur Zeit oft die Rede vom „Neuen Konzeptualismus“ ist und dass das stark mit der Digitalen Revolution zusammenhängt, dann soll nicht übersehen werden, dass es natürlich schon Computerkomponisten gab, bevor jeder eine Audio-Video-Factory in Form des Apple-Laptops bei sich stehen hatte, und die nicht zufällig mindestens teilweise konzeptuelles Denken in ihrer Musik praktizierten und praktizieren. Zu nennen wären da zum Beispiel: Clarence Barlow, Orm Finnendahl, und: Georg Hajdu.

Es gäbe viel zu schreiben über Hajdu, der konsequent als Komponist auch Software-Entwickler und Wissenschafter ist. Auf seiner Website gibt es dazu viel zu erfahren.
Diesbezüglich will ich hier einen Aspekt herausgreifen: Seine Oper in Zusammenarbeit mit Thomas Brasch „Der Sprung“ ist online sehr ausführlich dokumentiert, mit Klangbeispielen nicht nur des fertigen Werks, sondern auch der kompositorischen Grundlagen, dazu Texte zur Entstehung und begleitende Reflexionen, Videos usw. Multimedia heißt ja nicht notwendig, dass da Musik und viele bunte Bilder einen bombardieren. Auch diese Online-Dokumentation der Oper ist eine Realität dieses Stücks; „Beschreibung einer Oper“.

http://georghajdu.de/dersprung/

(Nicht alle Links auf der Seite funktionieren, ist ein „Work in Progress“..)

The culture of copying: Monetary value and exploitation. An interview with Johannes Kreidler

Julian Day hat mich letztes Jahr in Australien interviewt.

Johannes Kreidler is a German composer whose conceptually oriented work has attracted wide attention. Unusually for contemporary classical music, much of his work highlights the otherwise hidden workings of the industry with several pieces directly addressing capital and cycles of exchange.

http://runway.org.au/culture-copying-monetary-value-exploitation/

Schallplatte zum Ausschneiden

Gab’s früher, ich meine mich sogar aus der Kindheit daran zu erinnern – eine Schallplatte aus Karton, auszuschneiden und dann auf den Plattenteller. Der Trabi unter den Musikmedien.

(via Kotzendes Einhorn)

Applause bei iTunes

Haha – früher hat man auf manchen CDs mit Konzertmitschnitten klassischer Musik dem Applaus einen eigenen Track gegönnt; seit die CD-Alben in mp3s zerlegt sind, gibt es jeden Track einzeln zu kaufen. Also auch die Applause. Alex Strauch hat die Query erstellt. Auf dass die Urheber auch ihren Anteil bekommen.

Klogeräusche übertönen

Du wunderbaren Japaner, denen alles peinlich ist. Da Japaner in öffentlichen Toiletten etwaige Körpergeräusche nicht anderen angedeihen lassen wollen, betätigen sie in dem Fall einfach die Spülung – was freilich den Wasserverbrauch stark erhöht, wenn pro Sitzung womöglich 4-5 mal gespült wird. Abhilfe schaffen sogenannte „Toiletten-Prinzessinnen„, Geräte, die den Spülklang imitieren. Problem könnte allerdings sein: vernimmt man auf einer öffentlichen Toilette aus der nachbarlichen Zelle diese Lautsprechergeräusche, weiß man erst recht, was da gerade passiert. Könnte noch unangenehmer sein.

Klang, der anderen Klang überdecken soll – ein in der Neuen Musik noch fast gar nicht behandeltes Thema.

„Steady Shot“ – Preview meines neuen Klavierstücks

Beginning of the piano piece „Steady Shot“ by Johannes Kreidler, 2015
Heloisa Amaral, Piano

Schreibmaschinenchor

Vor drei Jahren hatte ich hier mal eine Liste mit Musikstücken, welche sich mit der Schreibmaschine beschäftigen. Hier noch ein kleiner Nachtrag:

(via BoingBoing)

Turner Preis für Bildende Kunst geht an IS

Die Zerstörung antiker Stätten durch die IS ist eine Katastrophe. Ihnen dafür – imaginär – den bedeutendsten Kunstpreis aus Protest geben, das ist wiederum, ja, irgendwie Kunst. Oder zumindest Satire.

The Islamic State wins prestigious Turner Prize for modern art

The Islamic State has sensationally won the prestigious 2015 Turner Prize for its conceptual art piece ‘Smashing Mosul Museum To Pieces: Death To The Infidels.’

“By demolishing priceless 3,000 year old statues with sledge hammers, ISIS is asking: ‘What is art?’, while retextualising normative art as transgressive, daring and counter cultural,” said the chairman of the Turner Prize jury, Sir Nicholas Serota. “I was very moved by their performance.”

http://www.panarabiaenquirer.com/wordpress/islamic-state-wins-prestigious-turner-prize-modern-art/

(via Max auf FB)

Radiobericht über mein Orchesterstück „-Bolero“

Das Schweizer Radio berichtet vom Eclat-Festival, darin auch ausführlich zu meinem dort vor 4 Wochen uraufgeführten Orchesterstück „-Bolero“, ein Konzeptstück, bei dem Maurice Ravels Bolero erklingt, jedoch ohne die Melodie.
Jemand hat den Bericht von Cécile Olshausen mitgeschnitten und hochgeladen. Am 20.3. strahlt SWR2 dann das ganze Stück / das ganze Konzert aus.

Der 35-jährige Komponist Johannes Kreidler provoziert gerne. Sein neuster Coup beim ECLAT in Stuttgart war eine Aufführung von Ravels Bolero ganz ohne Melodien. Ein Anlass, um über unsere Hörerfahrungen nachzudenken. Und darum geht es schlussendlich immer: was erfahren wir beim Hören von Musik und welche Erfahrungen lassen heutige Komponisten in ihre Werke einfliessen.


http://www.srf.ch/sendungen/musik-unserer-zeit/skandal-am-eclat-festival-johannes-kreidler-provoziert-mit-ravel

Eine Bemerkung am Rande: Eine Aussage, die hier geschrieben steht, stimmt nicht: Ich würde nie behaupten, dass ich provozieren will (den Gefallen tu ich den Kritikern nicht). Ich komponiere Neue Musik, das ist alles.

P.S. Heute ist Joseph-Maurice Ravels Geburstag (* 7. März 1875).

Ein letztes Mal Kunst ansehen

Rührend: Eine todkranke Frau lässt sich ein letztes Mal ins Rijksmuseum bringen.

(via BoingBoing)