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Ligeti zwei mal hören

Ein bisschen Werbung für ein bestimmt schönes Konzert von Sebastian Berweck heute abend im Konzerthaus Berlin, aber auch ein schönes Beispiel für Reflexion der Rezeption: Ligetis Klavieretüden 1-6 werden zwei mal gespielt, dazwischen gibt’s Talk dazu. Außerdem eine hübscher Trailer. Die Videoisierung der Neuen Musik ist definitiv nicht aufzuhalten!

Ist Neue Musik wirklich nur etwas für Experten? Oder ist das nur ein Gerücht? Unser Dramaturg Arno Lücker ist überzeugt: „Jeder kann die elektrisierende Erfahrung des Hörens Neuer Musik machen! Mit dem Format „2 x hören“ zeigen wir, wie spannend diese Musik sein kann – und dass es sich lohnt, sie gleich zwei Mal an einem Abend zu hören. Mit ein paar Informationen und Klangbeispielen dazwischen. Sicherlich kein romantischer Abend bei Kerzenschein. Neue Musik ist und bleibt eine Herausforderung. Aber eine, die auf- und anregen kann!“

Christian Mertens (Regie)
Till Vielrose (Kamera)
Andreas Mohnke (Ton)
Torben Sachert (Edit)

Notentranskription der Aufnahme eines Schizophrenen (1899)

Aus dem Buch „Grammophon, Film, Typewriter“ von Friedrich Kittler.

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Das meint der Kulturtechno-Karikaturist dazu:

Die erste Klangaufzeichnung der Welt (1860)

Wikipedia:

Der erste Phonautograph wurde 1857 von Édouard-Léon Scott de Martinville konstruiert. Er verwendete einen an eine Membran angeschlossenen Trichter, um den Schall aufzunehmen. Mittels einer an der Membran angebrachten Schweinsborste wurde auf einem mit einer Handkurbel angetriebenen, rußgeschwärzten Zylinder aus Glas eine graphische Aufzeichnung des Amplituden-Zeitverlaufs erstellt.
[…]
Ursprünglich war eine Wiedergabe nicht möglich; und zwar weder mit dem Gerät selbst (wie etwa beim Phonographen), noch gab es ein spezielles Wiedergabegerät. Erst 2008 konnte eine Tonaufzeichnung jenes Phonautographen von 1860 rekonstruiert und hörbar gemacht werden, womit Scott die älteste bekannte Tonaufnahme zugeschrieben werden kann.

FUCK YOU! (Midi-Version)

Nachtrag zum UPIC-Post: Eigentlich müsste man es Xenakis zum Vorwurf machen, dass er das Naheliegendste mit seinem grafischen Sequenzer nicht gemacht hat. Aber damals war halt auch noch nicht Postmoderne. Dafür hat nun Chris Kogos das Medium vorbildlich ausgeschöpft. Bravo.

(via Boris Filanovsky)

fake for real

Koert van Mensvoort hat ein hübsches Online-Memory-Spiel designt, das um die Frage von Fake und Real und was davon eigentlich zuerst da war geht.

This game playfully visualises the classical theme of fake versus real. Is everything around us replaced by simulation or are reproduction and imitation a natural element of life?

http://www.fakeforreal.com/

Übrigens lohnt der Besuch seiner Website allein schon wegen der Designidee:

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Das meint der Kulturtechno-Karikaturist dazu:

Kreidler @rainy days Luxemburg

Heute abend gibt es beim Festival Rainy Days in der Luxemburger Philharmonie, welches heuer „Let’s talk to each other“ zum Thema hat, meine Show „Giving Talks“, eine szenische Kompilation der Werke „Fremdarbeit“, „Music for a Solo Western Man“, „Compression Sound Art“ und Teile aus „Feeds. Hören TV“. Es spielt das Ensemble Lucilin geleitet von David Reiland, ich selbst werde moderieren, mit Festivalchef Bernhard Günther als Sidekick; es tanzt Manuel Romen, die Klang- und Videoregie betreut Tobias Knobloch.

http://www.rainydays.lu/2011/index.php?id=0212&PHPSESSID=lrh6eaat65et8gll9q332rc7r1

Am Sonntag dann werde ich neben vielen anderen Akteuren des Festivals eine „Sprechstunde“ geben, in der die Festivalbesucher zum Einzelgespräch kommen können.

Iannis Xenakis, Mycènes Alpha: Grafische Klangsynthese, 1978

Alle Welt arbeitet heute mit grafischen Mitteln zur digitalen Klangsynthese und -sequenzierung; meine Variante davon ist COIT. Der Pionier hierfür ist jedoch unumstritten Iannis Xenakis mit seinem UPIC-System.

Wikipedia:

UPIC is a computerised musical composition tool, devised by the composer Iannis Xenakis. It was developed at the Centre d’Etudes de Mathématique et Automatique Musicales (CEMAMu) in Paris, and was completed in 1977. The name is an acronym of Unité Polyagogique Informatique du CEMAMu. Xenakis used it on his subsequent piece Mycènes Alpha (1978), and it has been used by composers such as Jean-Claude Risset (on Saxatile (1992)), Takehito Shimazu (Illusions in Desolate Fields (1994)), Aphex Twin, Mari King [1], and Curtis Roads.

Physically, the UPIC is a digitising tablet linked to a computer, which has a vector display. Its functionality is similar to that of the later Fairlight CMI, in that the user draws waveforms and volume envelopes on the tablet, which are rendered by the computer. Once the waveforms have been stored, the user can compose with them by drawing „compositions“ on the tablet, with the X-axis representing time, and the Y-axis representing pitch. The compositions can be stretched in duration from a few seconds to an hour. They can also be transposed, reversed, inverted, and subject to a number of algorithmic transformations. The system allows for real time performance by moving the stylus across the tablet.

Tatsächlich wünschte Xenakis, dass mithilfe eines solchen grafischen Notationsprogrammes auch Kinder und Laien Neue Musik schaffen können.

Für das erste von Xenkais mit UPIC komponierte Werk, Mycènes Alpha, hat jemand ein Video erstellt, bei dem man die Grafiken synchron zur Musik sieht. Thanx!

Und zum Tonbandstück Persepolis hat Daniel Teige eine Partitur angefertigt.

Stockhausens Grab

Pepper Spraying Cop – Meme

Auch wenn’s jetzt wahrscheinlich schon jede(r) kennt, dieses Meme ist, ähnlich den Hitler-Untertitelungen, so wunderbar, dass es in die Sammlung gehört:

Mitte November hat Lt. John Pike, ein Officer der UC Davis Police, bei einer Occupy- Kundgebung an der University of California in Davis, etwa ein Dutzend Studenten, die friedlich auf dem Boden saßen, von Kopf bis Fuß mit Pfefferspray behandelt, mit einer Haltung als würde er gerade zu Hause im Wohnzimmer mit Fliegenspray hantieren.

Das Bild zeigt geradezu ikonisch ein Verhältnis von Volk und Staatsmacht. Und so machte der bemerkenswerte Ausdruck des „Pepper Spraying Cop“ bald die Runde und zeigt das Thema als durch die ganze Geschichte gehendes.

Die Bilder werden in diesem Blog gesammelt:

http://peppersprayingcop.tumblr.com/

Angesichts dieser schönen Crowd-Kreativität kann man eine einfache Theorie des Kunstschönen erstellen: Ein wesentliches Moment von Schönheit in der Kunst ist die Kreativität.

Klavierstück 5 @London

Heute abend spielt Mark Knoop im Rahmen eines Konzerts des Ensemble Plus-Minus mein Klavierstück 5 in London.

7pm Tuesday 29 November 2011
Performance Space at City University London
College Building, St John Street, London EC1V 4PB

Iannis Xenakis – Dikhthas
Aldo Clementi – Madrigale
Johannes Kreidler – Klavierstück 5
Alex Hills – 5 Resonance Studies
Simon Steen Andersen – Study for string instrument #1