Heute abend: Uraufführung meines neuen Orchesterstücks, Livestream SWR2 / DeutschlandRadio
Heute abend, 20h beginnen die Donaueschinger Musiktage, und zwar mit der Uraufführung meines Orchesterstücks „TT1“, sowie mit neuen Orchesterwerken von Pasovsky, Borowski und Ayres.
http://www.swr.de/swr2/festivals/donaueschingen/programme/donaueschinger-musiktage-2015-programm-04/-/id=2136962/did=15652812/nid=2136962/lgwf05/index.html
Livestrom SWR2:
http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/did=1586900/nid=7576/pv=mplayer/sdpgid=1129989/webRadioOrWebTV=true/v3kl5t/index.html
Oder alternativ DeutschlandRadio Kultur Livestrom:
http://dradio_mp3_dkultur_m.akacast.akamaistream.net/7/530/142684/v1/gnl.akacast.akamaistream.net/dradio_mp3_dkultur_m
Johannes Kreidler
TT1
für Orchester und Elektronik (2014/15)
Anders als viele meiner Stücke der letzten Jahre ist dieses ziemlich unkonzeptuell, eine im Detail ausgearbeitete Beschäftigung mit Mikrorhythmik und Mikrointervallik. Klaviersamples, die sich extrem schnell und in feinsten Tonhöhenstufen abspielen lassen, können klanglich-parametrische Entwicklungen (Glissando, Accelerando/Ritardando, Crescendo/Diminuendo) selbst in kleinsten Abständen in jeder Verlaufsform sehr präzise darstellen. Zwei Aspekte sind darin angelegt, die mich interessieren: Aus der Kombination, Verkettung und Überlappung verschiedener Prozesse, beispielsweise eine leicht exponentielle Beschleunigung auf linear centweise absteigenden Tonhöhen mit stark logarithmisch zunehmender Lautstärke, ergibt sich eine ungeheure Vielfalt an Wahrnehmungsdifferenzierung, die ‚Ästhetik der Kurve‘ und der Krümmung. Die resultierenden Gestalten erinnern teilweise an physikalische Modelle, etwa von einem aufspringenden Ball – nur dass der im Virtuellen auch nach oben fallen kann; ein schönes Symbol. Zum anderen entsteht dabei ständig der Widerspruch, dass Bewegung durch eine Folge unbewegter Einzelmomente dargestellt wird, das universell-menschliche Verfahren der Informationsverarbeitung, von der Versprachlichung bis zur Digitalisierung, die das Leben kaum verzichtbar erleichtert und potenziert und doch unendlich vertrackt ist. Der Widerspruch selbst ist Bewegung. Für den Ansatz legte Mathias Spahlingers akt, eine treppe herabsteigend (Donaueschingen 1998) den Grundstein, an den ich anknüpfe. Das Orchester hat zu den Sampleiterationen eine entsprechende Harmonik der nach oben oder unten sich mehr oder weniger exponentiell vergrößernden oder verkleinernden Intervalle, wie auch Akzentuierungen, Einfärbungen, rhythmische Dichten und freiere Glissandinetze. Ähnlich früheren Arbeiten war für die Produktion des Ganzen der Zufallsgenerator essentiell; TT1 entstand aus einer langen Durchspielung von Möglichkeiten, aus denen kompositorisch geschöpft wurde.
William Hogarth, The Line of Beauty (1753)

Fallender Arm als Tonhöhenkontroller
Gewissermaßen die menschlichere Version von Nam June Paiks Geigenzerstörungsstück: Todd Lerew hält den Arm über ein Theremin, bis er nicht mehr kann.
#naheliegendeScherze – wir warten noch auf die Version, die nur Männer ausführen können.
Die Geburt der Musikvisualisierung (1924)
It was during his boyhood in Denmark that the inventor began experimenting with light, making rainbows on the walls with prisms pilfered from the chandelier. Later he learned to project light forms from a cigar box; and finally the finished product of his boyish experiments appeared in the steel instrument on which he now performs.
The clavilux has three manuals and a triple light chamber, corresponding respectively to the keyboard and wind chest of the pipe organ. Disk keys appear on the manual, moving to and from the operator and playing color and form almost as the pipe organ plays sound.
There are 100 positions for each key, making possible almost infinite combinations of color and form. The “music,” or notation, is printed in figures upon a five-lined staff, three staves joined, as treble and bass clefs are joined for piano, to provide a “clef” for each of the three manuals. A color chord is represented by three figures as, for example, “40-35-60″; and movement of the prescribed keys to the designated positions on the numbered scale of the keyboard produces the desired figure.
(via modern mechanix)
the impossibility of experiencing consciously the moment of falling asleep
Habe während den Donaueschingenproben ein kleines Stück gemacht:
Bernard Parmegiani: Video „L’Ecran Transparent“ (1973)
1973 video by Bernard Parmegiani with accompanying musique concrete score. The source is a VHS rip, the origin of which is unclear. Special thanks to the CiNEMAGROTESQUE uploaders for this one, despite the fact that they attributed it to Polish animator Piotr Kamler… whom he had composed for previously. „L’Ecran transparent“ comes from a fruitful period of audio-visual art during a residency in Köln, after Parmegiani had returned from a tour of the U.S. The score can be found separately on a 3″ CD called „Musique Concrete Soundtracks to Experimental Short Films, Vol. 6.“
Text Clapping
Und ein Beispiel mit Texten von Seth Kim-Cohen:
https://www.facebook.com/johannes.kreidler/posts/10207993415820246
Mondrian Tomatenkiste
In meinem Text „Elitär vs. Populär“ hatte ich das Beispiel einer Bäckereitüte erwähnt, auf der Mondriansche Muster zu sehen waren.
Hier noch ein Beispiel.
(via FB)





