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Audioguide @Staedel Museum Frankfurt

Nach meinem Musiktheater „Audioguide„, in drei Versionen in Darmstadt / Oslo / Hannover aufgeführt, gibt es jetzt einen weiteren Audioguide von mir – diesmal allerdings kein Musiktheater, sondern ein tatsächlicher Audioguide für ein Museum.

Das Staedel Museum Frankfurt hat in Kooperation mit DeutschlandFunk anlässlich des 200. Geburtstags des Museums 7 Klangkünstler beauftragt, einen künstlerischen Audioguide für das Museum zu komponieren. Kuratorin ist Tina Klopp. Meine Station ist der Metzler-Saal mit der Wandinstallation „Saal“ von Thomas Demand.
Heute abend ist die feierliche Präsentation der Hörtour, ab dann kann man an der Kasse statt des normalen Audioguides auch den „künstlerischen“ erhalten.

Deutschlandfunk zu Gast im Städel: Im Rahmen von 200 Jahre Städel laden das Städel Museum und Deutschlandfunk zu einem Abend voller auditiver Eindrücke.

Im Kulturgespräch mit Max Hollein, Christina Végh, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Stefan Koldehoff u. a. werden Fragen zum bürgerschaftlichen Engagement und der Lage der Museen diskutiert. Im Anschluss führt der Städel Soundwalk Besucher auf eine eigenwillige Route durch die Sammlung: Aus Anlass des 200. Städel Geburtstages haben Sound-Künstler die aktuellen Audioguides des Museums zu neuen Tracks geremixt. Durchsagen des Sicherheitspersonals, Klänge aus der Vergangenheit, wahre und halbwahre Geschichten rund um die Kunst, das Haus und die mit ihm verbundenen Menschen sind zu hören.

http://www.staedelmuseum.de/de/angebote/kulturgespraech-soundwalk-lesung

Ein Feature über / mit dem Audioguide sendet Deutschlandfunk am 13.11. um 20.10h:

http://www.deutschlandfunk.de/staedel-der-soundwalk-durchs-museum-in-acht-tracks.1247.de.html?dram:article_id=334386

Punk-Lieder so kurz wie Webern-Stücke

Die Band Minutemen hat in den frühen 80ern es sich zum Stil gemacht, Punkminiaturen zu produzieren. So geht ihr Album mit dem bezeichnenden Titel The Punch Line mit 18 Songs gerade mal 15 Minuten.

(Danke für die Info, Christian!)

Tobias Schicks Text über Strategien konzeptueller Musik

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Seiltanz“ ist ein Aufsatz von Tobias Schick zum Thema

Konzept und ästhetische Erfahrung – Strategien konzeptueller Musik. Zu John Cage, Peter Ablinger, Trond Reinholdtsen und Johannes Kreidler

abgedruckt.

Snip:

Konzeptuelle Ansätze widersprechen jedoch nicht generell einem Musikbegriff, der von der Vorstellung von Musik als erfüllt gestaltete Zeit- und sinnlich wahrnehmbare Klangkunst geprägt ist. Es gibt auch eine Vielfalt an konzeptueller Musik, für die spezifische Ideen eine herausragende Bedeutung besitzen und die deterministischen Prinzipien folgt, bei der das Verständnis der Idee aber nicht alles ist, sondern der künstlerische Gehalt sich nur in einem irreduziblen Wechselspiel zwischen Konzept und ästhetischer Erfahrung entfaltet. Ich werde im Folgenden auf Beispiele von John Cage, Peter Ablinger, Trond Reinholdtsen und Johannes Kreidler eingehen.

http://www.seiltanz-musik.de/

Oft sind mir in den letzten Jahren Leute begegnet mit der Aussage, Konzepte seien ja schön und gut, aber sie wünschen sich eben auch Ästhetisches. Vor allem nach meinem Minusbolero kamen viele freudig an, „endlich ein Konzept, das auch zu etwas sehr Ästhetischem führt!“. Einerseits habe ich alles Verständnis für dieses Ideal, andererseits empfinde ich aber doch einen Unmut, schwingt darin eben auch ein Urteil, das die prinzipielle Differenz konzeptueller Musik abqualifiziert zugunsten einer doch vielleicht wieder eher gewohnteren Musikauffassung. Der Widerspruch liegt im Konzeptualismus selbst, aber erst in der Bandbreite bis hin zu den radikal anästhetischen Konzepten. In der Entfaltung dieses Horizonts lohnt sich dann wirklich, verschiedene Interpretationen zu diskutieren.

Ästhetischer Diskurs, gif’d

(via hgn)

Musizierende Tiere (im Mittelalter) (8)

harping monkey
‘Gillion de Trazegnies’, Flanders after 1464
LA, Getty, Ms. 111, fol. 150v

(via)

bagpiping stag with an antler-Jesus
psalter and hours, Ghent ca. 1315-1325
Baltimore, Walters Art Museum, W.82, fol. 31r

(via)

Und noch ein Tier, das jemanden am Musizieren hindert:

hey human. stop playing this thing.
psalter and hours, Ghent ca. 1315-1325
Baltimore, Walters Art Museum, W.82, fol. 42r

(via)

Früher auf Kulturtechno:
Musizierende Tiere (im Mittelalter)
Musizierende Tiere (im Mittelalter) (2)
Musizierende Tiere (im Mittelalter) (3)
Musizierende Tiere (im Mittelalter) (4)
Musizierende Tiere (im Mittelalter) (5)
Musizierende Tiere (im Mittelalter) (6)
Musizierende Tiere (im Mittelalter) (7)

Mein Text „Der erweiterte Musikbegriff“ online

Mein Text “Der erweiterte Musikbegriff”, den ich für den Katalog der Donaueschinger Musiktage 2014 geschrieben habe, steht jetzt online.

Snip:

Absolute und autonome Musik spielen sich in einem Kokon ab, der fraglos eine Fülle inhärenter Wirkungen ermöglicht. Doch widerspricht diese Abtrennung einer heutigen Erfahrung, und es beeinflussen ohnehin diverse Kräfte die vermeintliche Monade. Verlässt man nun diese tradierten Vorstellungen von Rahmung und gestaltet aktiv die Kontexte des Klingenden, sei es durch akkompagnierende Tätigkeiten oder durch Auffächerung des Werks selbst, ergibt sich in der Konsequenz ein erweiterter Musikbegriff, der den ganzen Strauß von Wirkungszusammenhängen ergreift: Medienmusik.

http://www.kreidler-net.de/theorie/kreidler__der_erweiterte_musikbegriff.pdf

Das dümmste Gedicht des Jahres

BAGIDA
BÄRGIDA
BOGIDA
BraGIDA
CeGIDA
Cogida
DAGIDA
DüGiDa
Erzgida
FraGiDA
FriGiDA
HaGiDA
HaGIDA
HamGIDA
HoyGiDA
KAGIDA
KarGIDA
KiGIDA
KöGIDA
LEGIDA
LÜGIDA
MAGIDA
MannGIDA
MVGIDA
Mügida
Müngida
NofGIDA
NüGIDA
OGIDA
OlGIDA
Pegida
SaarGIDA
StuGIDA
Sügida
Trigida
WüGIDA

(Quelle)

Lecture about Bad Music

Auf verschiedenen Ebenen interessantes Stück von Matthew Shlomowitz – hier stellt sich einmal nicht die Frage, ob das gut oder schlecht ist, sondern ob es schlecht ist. Ein Brainfuck.

Plus Minus perform
Matthew Shlomowitz’s Lecture About Bad Music

Aisha Orazbayeva
Vicky Wright
Maarten Stragier
Mark Knoop
Matthew Shlomowitz

2015 Ultima Festival
Norwegian National Opera
Commissioned by the Ultima Festival

http://plusminusensemble.com
www.shlom.com

China-Tagebuch #7

29.10.2005
Zum Flughafen mit dem Taxi, ich ließ mir extra vom studentischen Betreuer auf einen Zettel „Flughafen“ schreiben, weil die Taxifahrer noch nicht mal „Airport“ verstehen, aber so ganz klar scheint leider auch die Notiz nicht zu sein, worauf ich die Arme wie Flügel ausbreite und hin- und herwippe, er nickt, wir fahren 20 Minuten und tatsächlich komme ich am Flughafen an. Ich danke Konfuzius.

In Frankfurt dann werde ich am Flughafen herausgewunken, was ich denn da für eine Tasche habe. Kann man eigentlich noch dümmer sein? Ich habe tatsächlich aus Diskretion nicht ein einziges mal in diese Tasche geschaut. Da hätten Sachen drin sein können, nie wieder wäre ich aus China zurückgekehrt. Aber offensichtlich hatten die Chinesen nichts zu beanstanden, erst die Deutschen: In der Tasche befanden sich neben DVDs Nahrungsmittel, darunter ein verschweißtes Hähnchen. Herbst 2005 ist just der Höhepunkt der asiatischen Vogelgrippe! Das Hähnchen wurde konfisziert und ich sollte noch 50€ Strafe bezahlen, was mir dann aber netterweise erlassen wurde. Und ich habe denen tatsächlich auch noch ins Gesicht gesagt, dass ich eh gar nicht wüsste, was da in der Tasche sei.

Joao und Alberto haben noch von der Fahrt zur Terracotta-Armee berichtet: Eine 24stündige Zugreise in einem überfüllten Zug, in dem nächtens kreuz und quer verschlungen auf Sitzen und Boden geschlafen wurde.

China-Tagebuch #6

28.10.2005
Am letzten Tag fahren wir dann noch zur chinesischen Mauer. Schön ist, dass wir von einem Studenten geführt werden und keinem offiziellen Touristenprogramm folgen; zuerst sind wir noch an dem Teil der Mauer, den alle Touris begehen, ganz so wie auf den Fotos: die über Bergkämme gezogene und mit Zinnen besetzte Mauer, durch Wachtürme gegliedert, alles übrigens nicht original sondern für Touristen wiederaufgebaut.

Dann aber fahren wir zu den ältesten Teilen der Mauer, 2000 Jahre alt, es sind einfach aufgehäufte Lehmklumpen. Keine Absperrung, keine Touristen weit und breit.

Dann noch in die Berge in ein kleines Dorf, Satellitenschüsseln und Esel sind hier der technische Standard, sehr einfache Häuser, die Menschen lächeln.

Meine beiden Kompagnons reisen weiter zur Terracotta-Armee, ich muss leider zurück nach Deutschland wegen eines Konzerts. Abends mit chinesischen Studenten beim Essen, ganz offen wird von den Studentinnen nach meinem Beziehungsstatus gefragt und sie geben zu erkennen, dass ihr Hauptlebensziel derzeit der richtige Mann ist. Sie bedauern sehr die 1-Kind-Politik: Chinesen wollen sich vermehren, so wörtlich.

Alle Studenten haben zwei Handys. Mit dem einen rufen sie an, auf dem anderen werden sie angerufen. Da sowohl das Anrufen als auch das Angerufen werden etwas kostet und verschiedene Anbieter das eine oder das andere billiger haben, hat man eben vom dem Anbieter für günstiges Anrufen das eine Handy und vom Anbieter für günstig Angerufenwerden das andere. Sie fluchen über die Umständlichkeit. Es müsste eigentlich spezielle Handys für China geben, two-in-one.

Meine letzte Nacht verbringe ich in einem anderen Hotel, und der studentische Betreuer bittet mich, duschen zu dürfen, denn er hat zu Hause nur fünfzehn Minuten am Tag warmes Wasser. Ich gönne ihm die Dreiviertelstunde (!), die er in meiner Dusche verbringt. Er erzählt noch, dass er sich nun allerdings sehr verspätet habe, sein Wohnblock schon abgeschlossen sei und er über eine Mauer klettern müsse, was lebensgefährlich sei, er aber öfter machen müsse.