„Der Trend des letzten Jahres wurde zumindest unterbrochen. Im Widerstreit zwischen einer Sehnsucht nach erhabener Natur und aktuellen technischen Trends hat dieses Jahr die Sehnsucht die Oberhand behalten. Das Geräusch des Jahres 2015 ist eine Lautsphäre, die auch irgendwie nach Klimawandel klingt.“
Vor Jahren war ich mal im Hygienemuseum Dresden, wo die beliebtesten und unbeliebtesten Geräusche der Deutschen auf einer Art Jukebox gehört werden konnten. Die beliebtesten waren: Platz 3: Meeresrauschen. Platz 2: Vogelgezwitscher. Platz 1: „Klassische Musik“.
Kommentare deaktiviert für Kleines Geräuschfestival (1): Geräusch des Jahres 2015| Kategorie: Sonstiges
Y con los compositores jóvenes no hay mucho que rascar, no hay revolucionarios; hay una especie de nuevo conceptualismo atascado. El líder de estos chicos en Alemania, el señor Johannes Kreidler, ha tenido un concierto recientemente en Stuttgart, por el que ha sido muy bien pagado, y aquello era más bien una performance, ya que se trataba del Boléro de Ravel, pero sin melodía; él decidió eliminar la melodía y dejar sólo el ritmo; y, según él, componerlo le llevó cinco minutos, pero pensarlo le llevó cinco años; y se llevó sus 10.000 euros por esto; es como si se le da por tocar una pieza de Ferneyhough sin realizar ningún ensayo, es un tema conceptual de este tipo.
Googleübersetzung:
And with young composers not much to scratch, no revolutionary; It is a new kind of stuck conceptualism. The leader of these kids in Germany, Mr. Johannes Kreidler, has had a concert recently in Stuttgart, for which he has been well paid, and that was rather a performance, since it was the Boléro de Ravel, but tuneless ; he decided to eliminate the melody and leave only the rhythm; and according to him, to compose it took five minutes, but it took him five years to think; 10,000 euros and was carried by this; it is as if it is given by touching a piece of Ferneyhough without any trial, is a conceptual issue of this kind.
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In Warschau habe ich im November bei dem Festival „REWOLUCJA CYFROWA MUZYKI | WYKŁAD“ eine Präsentation meiner Arbeit gemacht, hier das Video:
Der von mir geschätzte Komponistenkollege Ulrich Kreppein hat eine umsichtige Analyse / Kritik am gegenwärtigen Konzeptualismus in der Neuen Musik geschrieben, veröffentlicht in den MusikTexten.
Snip:
Die Bedeutung allerdings, die konzeptueller Kunst momentan zukommt, ist nicht nur Phänomen, sondern auch Symptom eines bestimmten Kunstverständnisses. Konzeptkunst kommt nämlich – und man mag darüber diskutieren ob das nur ein Missverständnis ist – dem oben beschriebenen Bedürfnis, einer komplexen, langwierigen Kunsterfahrung eine weniger mühsame Alternative entgegen zu setzten, allzu bereitwillig entgegen: der Verkürzung eines großen, widersprüchlichen Ganzen. Nur, dass in diesem Fall ein kulinarischer Ausschnitt durch eine spannenden Idee ersetzt wird. In beiden Fällen aber bleiben Parzellen statt Erfahrungen, und das ist eben doch mehr als nur eine zufällige Gemeinsamkeit.
Ich teile/bin einverstanden mit/interessiere mich für viele der Beobachtungen, weniger aber deren Wertung. Mit Kreppeins Argumentation könnte man auch die Aphoristik Weberns oder die Fragmentästhetik Nono’scher Provenienz als „Häppchenkultur“ verunglimpfen.
Mir fehlt bei dem Ganzen eine Dimension, die sich aufzeigt, wenn man den Text mit der lakonischen Antwort konfrontiert: „Einigen wir uns darauf, du machst einfach deins und ich mach meins, okay?“ Hindert jemand Kreppein an der Ausübung seines Musikideals? Wenn ja, wer? Oder warum schreibt er eigentlich über eine Musik-/Kunstrichtung, die sehr weit von seiner eigenen Arbeit entfernt ist?
Eine bemerkenswerte, sicher auch weil sehr angreifbare Arbeit bei den Donaueschinger Musiktagen 2015 war Patrick Franks „Theorieoper“ Freiheit – die eutopische Gesellschaft, unter Mitkomposition von Martin Schüttler und Trond Reinholdtsen. Jetzt online:
Besondere Aufmerksamkeit fand die Filmmusik von Bernard Herrmann, der eine ungewöhnliche Instrumentation (ausschließlich Blechbläser, zwei Harfen, zwei Klaviere, drei Vibraphone und drei elektrische Orgeln sowie drei elektrisch verstärkte Solostreicher und zwei Theremins) einsetzte, um einen futuristischen Effekt zu erzielen. Es war zwar nicht, wie manchmal behauptet wird, die erste Verwendung des Theremins für einen Film – schon in Hitchcocks Ich kämpfe um dich ist eines zu hören – aber der Einsatz des Theremins in Science-Fiction-Filmen wurde nach Der Tag, an dem die Erde stillstand so populär, dass es auch in der Filmmusik der SF-Hommage/-Parodie Mars Attacks! Verwendung fand.
Wesentlich fortgeschrittener im Klangdesign ist dann „Forbidden Planet“ von 1956: