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Kreidler @Frankfurter Musikmesse

Im April war ich auf der Frankfurter Musikmesse zu Gast bei der Neuen Musikzeitung für mehrere Podiumsdiskussionen. Am interessantesten war wohl die Avantgarde-Debatte. Videos leider nicht einbettbar, darum nachfolgend Links.

Während der Frankfurter Musikmesse präsentierte die neue musikzeitung auch in diesem Jahr auf ihrer TV-Bühne vor Ort ein spannendes und umfangreiches Programm an Interviews, Diskussionsrunden und musikalischen Darbietungen. Hier auf der Homepage finden Sie täglich neue Mitschnitte dieser Präsentationen. Burkhardt Baltzer (ver.di) spricht heute mit dem Komponisten Johannes Kreidler und dem Schriftsteller Uwe Kolbe über den Begriff der Avantgarde – gibt es sie noch, die Avantgarde, oder entspringt die Vorstellung von künstlerischen Avantgardisten in unserer heutigen Zeit einem überholten, vielleicht romantischen Konzept des Künstlers?

Musikmesse 2011 – nmz-TV-Bühne: Avantgarde, aber wo?

Musikmesse 2011 – nmz-TV-Studio: das Kreidler-Konzept

Musikmesse 2011 – nmz-TV-Bühne: web2.0 – Jedermann als Publizist

Bilder im Freien

Sam Songailo installiert seine abstrakten Hard-edge-Gemälde in der Natur – eine schöne Konstellation.

(via booooooooooooom)

Tageslink: Rettet ARD und ZDF!

Schon von Berufs wegen muss ich für den Erhalt der Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten sein. Das fällt mir sehr schwer, der ich selber keinen Fernseher besitze, weil ich das Programm fast durchweg unerträglich finde – auch 3Sat und Arte sind für mich oft gerade mal, was für andere Pro7 ist (und weil ich mich einfach ungern in der Defensive oder auf einem absteigenden Ast aufhalte). Für meinen Internet-PC jedoch bezahle ich GEZ, denn das Radioprogramm von DeutschlandRadio und den Kulturkanälen der Landesanstalten ist es wert. Ich konnte praktisch die ganze Musikgeschichte durch’s Radio kennenlernen, inklusive der abseitigsten radikalen Kunstmusik. Aber, um sich den Kulturpessimismus zu verbieten, ich glaube auch dass die Fernsehsender und alle die Popsparten in einer Demokratie unbedingt sein müssen; ihr Programm ist dann doch noch allemal besser als der schwanzgesteuerte marktgesteuerte Kram. Es gibt 1000 Kritikpunkte an den Öffentlich-Rechtlichen, aber die seit Jahren unablässigen Attacken seitens der Presse, allen voran der FAZ, widern mich an, denn es ist nur zu deutlich, dass hinter hochtrabenden Beschwerden über den Bildungsauftrag ihre eigenen Interessen stehen. Endlich sagt das auch mal einer deutlich, Jakob Augstein auf SpOn:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,767446,00.html

Früher auf Kulturtechno: Stefan Niggemeiers Text zur Debatte um die Öffentlich-Rechtlichen.

Wettrennen San Francisco – New York auf Google Streetview

2 Kids klicken sich 5 Tage lang durch Google Streetview, von Frisco bis NYC. Wettrennen 2.0 – Unfallgefahr hält sich in Grenzen.

(via Nerdcore)

Harry Lehmanns Vortrag über ein Theoriemodell der ästhetischen Moderne

Der Philosoph Harry Lehmann hat in Kopenhagen einen Vortrag über sein theoretisches Modell der ästhetischen Moderne gehalten.

Lecture at the Annual Conference of the Nordic Society of Aesthetics »Aesthetics and Politics« from May 26.-28., 2011 in Copenhagen.

The theory is based on a text which was first published in: »Avantgarde heute. Ein Theoriemodell der ästhetischen Moderne«, in: Musik & Ästhetik, Heft 38/2006, S. 5-41.

You can find the publication as well as an English and Russian translation of it on my website http://www.harrylehmann.net/texte/

Extended Vibraphone

Langsam wird’s ernst mit neuen Instrumenten dank Kinect-Hacks. Ein Vibraphon und oben drüber ein Kontrollfeld zur live-elektronischen Manipulation der eben gespielten Vibraphon-Klänge.

(via Synthopia)

Hier noch ’n Link zu einer Hubschraubersteuerung via Kinect. Mittlerweile spricht man schon vom „Controllerism“, der freilich auch manchen Quatsch hervorbringt, wie etwa alberne Hüte als MIDI-Kontoller.

79 Versionen von „Popcorn“

Der Synthie-Klassiker „Popcorn“ (Wikipedia), benannt nach seinem staccato-Klang, hat seit der Veröffentlichung 1969 ungezählte Coverversionen erlebt. Ich finde ja die Anhäufung großer Quantitäten von Stilen interessant, habe das mit Metal-Stilen in „Feeds. Hören TV“ praktiziert (Video) oder in diversen Stücken mit einer Melodie, die durch sämtliche Stile eines Popkompositionsprogramms gejagt wurde (zB in „Living in a Box“ (Ausschnitt)). Ein Gang durch die Gesellschaft, ihre klingende Wertschöpfungskette.

Hier nun gibt es eine Seite mit 79 Aufnahmen verschiedener Versionen von „Popcorn“:
http://blog.wfmu.org/freeform/2007/03/79_versions_of_.html

Auf der offiziellen (?) Fanseite sind noch weitaus mehr Versionen aufgelistet – leider aber immer nur mit kurzen Hörbeispiel-Ausschnitten:
http://www.popcorn-song.com/versions.php

(via ubuweb)

Früher auf Kulturtechno: Francis Alÿs „Faviola“-Sammlung.

Music With Roots in the Aether: TV Porträts über Philip Glass, Terry Riley, Alvin Lucier, Robert Ashley u.a.

Für alle Fans der Nordamerikanischen Experimentellen Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die gerade 14 Stunden übrig haben:

Alvin Lucier

Robert Ashley

Terry Riley

Pauline Oliveros

Gordon Mumma

Philip Glass

David Behrman

(via Dangerous Minds)

„Elitär vs. Populär“ @dissonance

Mein Text „Elitär vs. Populär“ ist in der Sommer-Ausgabe der schweizer Zeitschrift für Neue Musik dissonance erschienen.

Snip:

„Die Inakzeptanz der modernen Musik ist
eines der größten Desaster der Kunstgeschichte.“
Jean-Luc Godard

1.
„Kulturelle Lernprozesse sind stets verschlungene“ schrieb unlängst ein auch als Publizist sehr aktiver Komponist. „Stets“? Das ist falsch, bequem kulturpessimistisch und im schlechtesten Sinne elitär. (Der Relativitätstheorie kann man nicht Elitarismus vorwerfen, nur weil sie fast niemand versteht; einer Haltung aber sehr wohl.) Die Aussage, Weberns Quartett erbrachte einen Teil zur friedlichen Revolution 1989, darf kein Trostbrief für „verkannte Genies“ sein. Sonst kann man auch gleich im Glauben arbeiten, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings andernorts ein Unwetter auslöst – bei dem auch noch glatt ein Diktator vom Ast erschlagen wird. Es gibt direktere Möglichkeiten.

2.
In anderen Medien ist die Kunstavantgarde des 20. Jahrhunderts ja angekommen. Warhols knallfarbene Marilyn Monroe ist eine Ikone, Apples Logo – Augen frontal und Nase im Profil – zitiert den kubistischen Klassiker, und unlängst erhielt ich in einer schwäbischen Kleinstadt eine Brottüte, deren Hintergrunddruck unverkennbar von Mondrian abgekupfert worden war. Analog hätte in der schwäbschen Kleinstadtbäckerei dann eigentlich ein leicht elektronisierter Webern aus dem Radio klingen müssen – das allerdings geschieht bekanntlich nicht. Offenbar gibt es angeborene oder kulturelle Divergenzen in der Wahrnehmung verschiedener Medien. Aber immerhin können wir Warhol & Co als Hoffnungszeichen nehmen, dass es nicht grundsätzlich an intellektuellen Fähigkeiten mangelt.

4’33“ – Aufruf zur Aufnahme

Wer hätte das gedacht, dass John Cages Klassiker in den letzten Jahren einen geradezu popkulturellen Auftrieb erfährt? Seien es die YouTube-Reenactments (Kulturtechno früher hier, hier und hier), Harald Schmidt und Helge Schneider’s Aufführung im Fernsehen (Kulturtechno) oder die Aktion John Cage’s 4’33″ for Christmas Number One – das Stück erfreut sich zunehmender Popularität. Dazu passt ein neuerlicher Aufruf, das Stück aufzunehmen und hier einzureichen:

1) Prepare a microphone or a recording device (preferably something stereo) on your desk.

2) Start recording.

3) Open a window.

4) Listen for 4 minutes 33 seconds. Don’t add anything!

5) Close the window.

6) Stop recording and send the soundfile to ‚jurgen [at] aifoon [dot] org‘ (thru yousendit, or dropbox or whatever…)

7) Oh, and mention where it was recorded…

Ein paar Versionen aus verschiedenen Erdteilen sind schon eingegangen (kann man hier anhören), alle LeserInnen sind hiermit aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten!

(via ./mediatelepolis))))