Skip to content

Nadar-Konzert @DeutschlandFunk

Heute abend 21.05h sendet DeutschlandFunk Aufnahmen von den diesjährigen Darmstädter Ferienkursen, darin auch Werke aus dem Konzert des Nadar Ensembles, und mein Stück „Die ’sich sammelnder Erfahrung‘ (Benn): der Ton„. Dazwischen komme ich auch zu Wort, die Sendung gestaltet Ingo Dorfmüller.

21:05 Uhr

Konzertdokument der Woche

Darmstädter Ferienkurse 2012

Neue Kompositionen von
Alexander Schubert,
Stefan Prins,
Johannes Kreidler und
Jorge Sánchez-Chiong
Nadar Ensemble

Neue Werke von
Larry Polansky,
Jagoda Szmytka und
Matthew Shlomowitz
Besides Ensemble
Aufnahmen vom 18.7.12 aus
der Centralstation Darmstadt

Livestrom:
http://www.dradio.de/streaming/dlf.m3u

Fake Field Recordings

Drüben bei Disquiet gibt’s eine hübsche Aufgabenstellung für alle Soundbastler: Ein Soundfile erstellen, das sich wie ein mit Mikrofon in der freien Wildbahn aufgenommenes Soundfile („Field Recording“) anhört, das tatsächlich aber voll synthetisch hergestellt wurde; vergleichbar wäre der Fotorealismus in der Malerei.

Hier ein Beispiel, von Mark Rushton:

“Artificial Field Recording” – I decided to interpret this as constructing a field recording of an alleged department store from non-specific elements of what a field recording of a department store or retail space would typically have.

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Schnell genug, obwohl völliges Ornament

Man transponiert das Befremdliche zur Sekunde

Vollendung verlängert figurativ das Schicksalsjahr

Eindrücke einer Amerikareise

Korrespondenz noch in Schuberts letzter Sekunde

Der Grandseigneur muss krasse Klangspektren hören

Die Illusion französischer Solisten

Dilemma / dingens

(via myosotis)

Mancherorts als „Kreidlersches Dilemma“ bekannt ist folgende Überlegung: Ein Sprichwort tritt real ein – wie kann man das aber beschreiben? Zum Beispiel liegen zwei Eier vor, und nun will man sagen, dass die ja ganz genau gleich sind, also, wie man eigentlich sagen würde, sie gleichen einander wie ein Ei dem anderen – aber halt, es ist nicht gestattet / nicht logisch, einen Gegenstand mit sich selbst zu definieren. So ist es also unmöglich, den sprichwörtlich eintretenden Fall zu beschreiben. Kreidler schlägt stattdessen den Gebrauch des Wortes „dingens“ vor. Eine kleine Sammlung:

Der Kropf ist unnötig wie ein dingens.
Nachdem ich gerädert wurde, fühlte ich mich wie dingens.
Karnickel vermehren sich wie die dingens.
Wenn ich auf glühenden Kohlen gehe, fühle ich mich wie auf dingens.
Pech und Schwefel halten zusammen wie dingens.
Der Teufel ist hinter der armen Seele her wie dingens.
Nachbars Lumpi ist spitz wie dingens.
Der alte Schlosshund heult wie dingens.
Eine bare Münze nehme ich für dingens.
Wer Äpfel mit Birnen vergleicht, holt sich schnell den Einwand ein, dingens.
Mit dem Versuchsballon starten wir mal einen dingens.
Diese Kloßbrühe ist so klar wie dingens.
Die warmen Semmeln gehen weg wie dingens.

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Möglichkeit
WIEDERHOLEN
Angstschreie
Vertikaler Schabernack

Das durchschnittliche Klavier: Todesmusik

Anwendung der Stärke, nachkonstruiert

Diese neue Unmöglichkeit

Kampagne 1946-1966

Vom Rufen vieler Journalisten

Unterhaltungsindustrie Mensch

Sonifizierte Sortieralgorithmen

Heut wird’s herrlich nerdig: Videos von sonifizierten Sortieralgorithmen.

This particular audibilization is just one of many ways to generate sound from running sorting algorithms. Here on every comparison of two numbers (elements) I play (mixing) sin waves with frequencies modulated by values of these numbers. There are quite a few parameters that may drastically change resulting sound – I just chose parameteres that imo felt best.

(via)

Und hier hat jemand das Schachspiel zwischen Kasparow und Deep Blue sonifiziert.

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Phonologische Elemente in Kunstwerken

Autonomie
Formenlehre
Janaceks Anstrengung

Einheit wird Ahnung

Die kreative Gesellschaft

Entdeckung wird Formplan

Organisierte Lust und Illusion

Aurafotografie wollte gerade Musik

Musik ohne Musik

YouTuber Moto2h nimmt Popmusik, davon nur den Gesangspart und illustriert das Musikvideo mit entsprechenden Umgebungssounds (Schritte, Wind, usw.).

I AM USING THE OFFICIAL ACAPELLA VERSION. On top of it, I added sound effects by other people (everyone is credited).

zum Vergleich:

(via createdigitalmusic)

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

Können Töne Entscheidungen fällen

Musikalischsein vs. Moderne

Partiturausschnitte sowie Aussicht / Ausdruck

Die Natur des Geldes

Deskriptive Melodie

Form als Beispiel

So erreicht der Ton eine Form

Ole Hübners Studien

Ole Hübner hat ein charmantes Video mit zwei Programmier-Studien gemacht. Kreidler inklusive – der Urheberrechtsanwalt ist schon eingeschaltet.

ole huebner: „zwei neue studien“
(02. oktober 2012)
1. „VERSUCH EINER ANNÄHERUNG an bruce naumans „room with my soul left out, room that does not care“ (installation im hamburger bahnhof, berlin) no. 01″
2. „four text pieces“

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Nicht Rhythmus, sondern Chanson

Ende war Aufgabe

Logik
Dodekaphonie
Werke

An anderer Stelle oben

Das Walzenklavier in der Isolation

Der moralische Moment des Versagens

Endfassung (1827-1838)

Domainnamen, die keiner haben will

Künstlerischer geht’s eigentlich nicht mehr: Creative Review hat eine Liste von immer noch nicht vergriffenen kurzzeichigen .com-URLs erstellt. Wenn es einen Ort wahrer Schönheit gibt, dann ist er hier.

gludge.com
blorph.com
frunge.com
splegg.com
thrord.com
gruld.com
brolge.com
crench.com
klorp.com
throdge.com
skrolch.com
wrimb.com
strebb.com
blarse.com
phlut.com
sprolge.com
thlunk.com
plooped.com
prork.com
grulch.com

Hoffentlich bleiben diese schönen Namen noch lange unberührt.

(via Nerdcore)

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

Identität oder Skizzen

Immer auch repräsentativ erscheinen

Auch Player sein

Recherche zur posttonalen Harmonik

Die Gesamtambivalenz Walther von der Vogelweides

Verwandlungen in ihrer Entstehungszeit aufbrechen

Zukunftsperspektive verpflichtet zur Standard-Notenschrift

Vorschläge für neue Kompositionswettbewerbe

 

Manchmal wäre von den Institutionen der Neuen Musik etwas mehr Ideenreichtum zu wünschen. Besonders eklatant zeigt sich das bei Kompositionswettbewerben: Wieviel Spielraum gäbe es da noch! Hey, wir sind in der Kunst, da muss man doch Tabus brechen, die Political Correctness subvertieren und sowieso alles ausloten, kurz: es soll eine NEUE Musik sein – also braucht es auch neue Formen von Kompositionswettbewerben! Ein paar Vorschläge, manche durchaus ernst gemeint:

 

 

1.

Preise in den Kategorien bestes / mittelmäßigstes / schlechtestes Stück

Auch in der Variante, dass dem Publikum / den Komponisten nicht gesagt wird, welches Stück in welcher Kategorie gewonnen hat (P.B. Composition Prize)

 

2.

E.J. Preis („Ü-40-Gammelfleischpartypreis“)

Immer wieder beschweren sich Komponisten über die Alterdiskriminierung bei Kompositionswettbewerben: Meist sind 30 oder 35 Lenzen die Obergrenze. Höchste Zeit für Wiedergutmachung. Hiermit seien Wettbewerbe mit Alters_untergrenze 40/50/60/70/80/90 eingefordert.

 

3.

Nur katholische, lesbische Frauen mit Migrationshintergrund und Behinderung sind zugelassen

Randgruppendurchquotierung mal konsequent. Wer Kompositionswettbewerbe nur für Frauen ausschreibt, diskriminert schließlich immer noch fröhlich weiter.

 

4.

Wettbewerb für Orchesterkomposition „Mille Grazie“

Partituren in 12facher Ausfertigung + Stimmensätze müssen beiliegen

Teilnahmegebühr: 2000€

Dem Gewinner winkt ein symbolischer Preis.

Eine Aufführung des prämierten Werkes kann nicht garantiert werden. Die Jury kann entscheiden, keinen Preis zu vergeben.
Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar.

 

5.

Striktere Vorgaben

Das Gedicht „Einsamkeit“ von Jruslava Bortuzicky soll vertont werden.

Gesamtdauer: 8 Minuten

Dauer 1. Strophe: 3 Minuten

Dauer 2. Strophe: 2 Minuten

Dauer Zwischenspiel: 30 Sekunden

Dauer letzte Strophe: 2 Minuten

Dauer Nachspiel: 30 Sekunden

Für lyrischen tiefen Mezzosopran, Bassflöte, Es-Klarinette, Glockenspiel und „Gruenig-Harfe“ (siehe angefügte Beschreibung). Keine Elektronik.

Lautstärke soll im Lauf des Stückes zunehmen. Das Stück soll in a-moll stehen (keine Modulationen). Weitere Vorgaben entnehmen sie der angehängten Beispielpartitur. Abweichungen von der Beispielpartitur sind nicht gestattet. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

6.

Jurys bewerben sich

Jurygruppen bewerben sich auf den Juryposten, die Komponisten wählen aus. Die Jury verleiht anschließend demjenigen Komponisten, der sie am nachdrücklichsten empfohlen hat, den Preis.

 

7.

Kompositionspreis „Sankt Nimmerlein“

Dauer: frei

Besetzung: frei

Altersbeschränkung: keine

Partitur kann per Post (in einfacher Ausfertigung) oder als pdf eingesandt werden. Jede Einsendung bekommt eine Aufwandsentschädigung von 50€. Der Gewinner erhält 1.000.000€ und eine Professur; alle anderen bekommen lukrative Trostpreise (mehrfache Aufführungen der Stücke) und abermals eine Entschädigung über 1.500€ und eine Monatsrente.

 

8.

Riesige Jury

Eine Jury bestehend aus Mathias Spahlinger, Wolfgang Rihm, Beat Furrer, Helmut Lachenmann, Bernhard Lang, James Clarke, Johannes Schöllhorn, Helmut Oehring, Georg Friedrich Haas, Georg Katzer, Gerald Eckert, Rolf Riehm, Marco Stroppa, Jorge Sanchez-Chiong, Iris ter Schiphorst, Charlotte Seither, Stefan Prins, Wolfgang Mitterer, Isabel Mundry, Adriana Höslzky, Claus-Steffen Mahnkopf, Mark Andre, Brian Ferneyhough, Nicolaus A. Huber, Orm Finnendahl, Manos Tsangaris, Wolfgang Petry, Udo Lindenberg, Jörg Widmann, Andrew Lloyd Webber, Moritz Eggert, Alexander Strauch, Wilhelm Killmeyer, Hans-Jürgen von Bose, Leopold Hurt, Alexander Schubert, Helmut Zapf, Hannes Seidl, Niklas Seidl, Martin Schüttler, Michael Maierhof, Hans-Werner Henze, Manfred Trojahn, sämtlichen Redakteuren für Neue Musik, allen einschlägigen Festivalleitern und Musikwissenschaftlern bestimmt das beste Stück. Bei Uneinigkeit der Jury können auch in ganz Deutschland freie Wahlen abgehalten werden.

 

9.

Digital Immigrants Prize

Bei Werken mit Elektronik bitte Patch oder Klangdateien als Ausdruck beilegen.

 

10.

Die andere andere andere Moderne

Stück muss tonal sein, bei der GEMA als U-Musik gemeldet sein, Strophenform aufweisen, durchgehend im 4/4-Takt stehen, keine komplizierten Harmonien haben, von einer Laienband spielbar sein, aber trotzdem Neue Musik sein!!

 

11.

Dogma 95/2012

Die „Dogme“-Regeln der dänischen Filmemacher müssen auf die Musik übertragen werden. Wie die Regeln übertragen werden, ist scheißegal, hauptsache irgendwas eingehalten.

 

12.

Kompositionspreis „Fremdarbeit“

Eingereichte Werke müssen klingen wie die Musik von Kreidler.

Preisgeld: 50 Dollar

 

13.

Der bombensichere Gewinner

Nur bereits bei den Donaueschinger Musiktagen aufgeführte Werke sind zugelassen, müssen verlegt sein und als professionelle Musikproduktion auf CD vorliegen. Teilnehmer müssen zudem 12 Gutachten von namhaften Professoren miteinreichen, dazu 8 bereits erhaltene Preise vorweisen und weitere 8 Empfehlungsschreiben von bekannten Komponisten beilegen. Beglaubigte Kopie des Kompositionsdiploms (Mindestnote: 1,2) samt Einzelauflistung aller besuchten Seminare (Scheine als Kopie anfügen) erforderlich. Zusätzlicher Vorweis einer Professur ist ausdrücklich erwünscht. Als Curriculum Vitae bitte die Kopie des Lexikonartikels im MGG. Bei gleicher Qualität werden Komponisten, die den Preis schon mal gewonnen haben, bevorzugt.

 

14.

Orchesterkompositionswettbewerb „W.R.“

Ausschreibung wird am 1.1. veröffentlicht, Deadline: 7.1. Stück muss aus diesem Jahr stammen.

 

15.

Top 5000

Aus den Einsendungen erhalten die besten 5000 Stücke den 1. Preis.

 

16.

Rihmen’s Musikpreis

Jedes Jahr pausiert ein Mitglied der Jury, damit es von den anderen rechtens den Preis zuerkannt bekommen kann.

 

17.

L.H.-Kadipreis

Die Entscheidung der Jury ist anfechtbar; der Rechtsweg ist nicht ausgeschlossen!

 

18.

John-Cage-Kompositionswettbewerb

Das Gewinnerstück wird per Los ermittelt.

 

19.

Raus aus der Schublade

Nur Stücke dürfen eingereicht werden, die im Zeitraum 1962-67 entstanden sind und noch nie aufgeführt wurden.

 

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

 

Zielstrebigkeit als Ausnahme

Individualisierung als Form

Forte in der Flasche

Die komplizierteste Kadenz

Niederschriften kritischen Denkens

Gefahr
Klanglichkeit
Grundstrukturen des Gedankens

Nur das Nichtkünstlerische gelingt

Algen aus der Atemluft einer Opernsängerin

Der Naturalismus kommt in die Kunst zurück. Mein Dach-Zitter-Video war von Helmut Lachenmanns Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ inspiriert, wo der Chor eine „Zähneklapper-Arie“ singt, was ich damals bei der Stuttgarter Aufführung reichlich bescheuert fand, dieses brave Nach-der-Partitur-Klappern. Darum hab ich kurzerhand im tiefsten Berliner Winter (es waren -15°) per wirklichem Zähneklappern eine Multivideo-Textur „komponiert“.

Und jetzt die „Algae Opera„: Die Künstler Michiko Nitta und Michael Burton haben mit einer Schlauch-Apparatur das Kohlendioxid aus der Atemluft einer Opernsängerin für eine Algenzucht abgezweigt. Die Algen werden dann abgeerntet und zusammen mit der entsprechenden Opern-CD als Gemüse verkauft. Recycling von Musikabgasen, voll im Trend.

(via Engadget)

+++++++++++++
Aphorismen des Tages:

Kompositionstechnik
Praxis
Blickwinkel

Mit vordergründiger Ewigkeit

Religion der Schriften

Unterschiedliches abschütteln

Handwerk
Dauer
Interpreten

Schumann destratifiziert die Momentformen

Genauer zurück

Kreidler @Kongress der Gesellschaft für Musiktheorie

Dieses Wochenende findet der Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie an der Folkwang Universität Essen statt. Ich werde dort am Samstag um 14h den Vortrag „Soundshop – was kann der Computer komponieren?“ halten. Möge das ganze Ruhrgebiet kommen.

Programm des Kongresses:
http://www.gmth.de/static/files/Kongress_Essen2012.pdf

Abstract:

Gibt es ein musikalisches Pendant zum Photoshop-Grafikbearbeitungsprogramm bzw. ist es denkbar? Dieser Workshop zeigt Möglichkeiten, Utopien und Grenzen des computergestützten Komponierens auf, befasst sich sowohl mit technischen als auch mit ästhetischen und ethischen Fragen rund um die Bedeutung von Digitaltechnologie im Dienste der Musik heute.