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Can Music (Still) Be Critical?

Thom Andrewes hat einen Essay über die Frage geschrieben, ob Musik heute noch kritisch sein kann.

In the second part of the essay, I suggest an alternative approach, using work by Corey Dargel, Lars von Trier/Björk, and Johannes Kreidler, to construct a model which proposes the use of political music’s own immanent contradictions against itself, in a way that inoculates against some of the potential limitations of musical critique. I relate this model to a new theory of aesthetics proposed by Harry Lehmann, in connection to the current possibilities of a new ‘Gehalt-oriented aesthetic’, as a clear escape route from postmodernism and its threatened neutralisation of critique. I conclude with a few further critical thoughts on the limits of this new critical model.

https://thebitingpoint.wordpress.com/2015/02/03/can-music-still-be-critical/

Digitalisierung, gehaltsästhetische Wende, Konzeptmusik, Diesseitigkeit – Lehmanns von den MusikTexten verhinderter Text

Der Text von Harry Lehmann, den die MusikTexte verweigerte abzudrucken, erscheint nun dieser Tage im Bad Blog of Music, in vier Teilen:

http://blogs.nmz.de/badblog/2015/01/29/eulen-wahrscheinlichkeitsrechnung-und-nazivergleiche-teil-1-gastbeitrag-von-harry-lehmann/

Dazu druckt die Februar-Ausgabe der Neuen Musikzeitung eine kürzere Zusammenfassung der Debatte. (hier online)

Seit etwa sieben Jahren gibt es in der Neuen Musik eine Diskussion, an welcher alle einschlägigen deutschsprachigen Musikjournale beteiligt sind und in deren Verlauf sich bislang an die 30 Autoren zu Wort gemeldet haben. Ausgelöst wurde sie durch ein Gedankenexperiment über die möglichen Folgen der Digitalisierung in der Neuen Musik, das ich auf der Frühjahrstagung in Darmstadt 2008 angestellt hatte, welches zwei Jahre später zu dem von Claus-Steffen Mahnkopf initiierten Band „Musik, Ästhetik, Digitalisierung – Eine Kontroverse“ führte.
[…]
Um einen atmosphärischen Eindruck zu vermitteln, wie man in dieser ersten Phase der Debatte auf das Reizwort ‚Digitalisierung‘ reagierte, sei daran erinnert, dass Max Nyffeler in seiner nmz-Kolumne „www.beckmesser.de“ mit der Faschismuskeule vor den „Neofuturisten“ warnte, und zwar mit dem Hinweis, dass die Futuristen von einst als Mussolini-Verehrer endeten; dass Reinhard Oehlschlägel von den „Musik-Texten“ die Aufregung um die Digitalisierung für übertrieben hielt, weil wir uns überhaupt nicht in einem Zeitalter der digitalen „Revolution“ befänden, sondern höchstens von einer digitalen „Evolution“ die Rede sein könne; und Volker Straebel meinte gar, die digitale Revolution wäre schon zu Ende, weil es Stimmen in der elektroakustischen Musik gibt, die von „postdigitaler Musik“ sprechen.

A Job at McDonald’s Now Includes Singing and Dancing on Demand

The Nation schreibt über neue Anforderungen für (extrem schlecht bezahlte) McDonald’s-Mitarbeiter.

But McDonald’s is now asking its employees to do even more. They have to come up with cutesy tasks for their customers. And if the ad itself is any indication, they can’t just deadpan a request that a family hug. If someone dances, they have to dance too.

McDonald’s-Gesang, McDonald’s-Tanz, McDonald’s-Performance: So werden die Kunstkategorien und das ästhetische „Material“ im 21. Jahrhundert – mal wieder – umdefiniert.

Anton Wassiljews »Gehörbildung«

Diverse Sonifikationen von Anton Wassiljew. FSK 18.

Das Klavier der Zukunft

… so wird jedenfalls die Kreation des ungarischen Pianisten Gergely Bogányi angekündigt.

Nearly all 18,000 components were rethought. The two wide, curved legs double as sound deflectors. Thanks to an intricate mechanism, the strings apply minimal pressure on the sound board, made of over 20 carbon composite layers. The cast-iron frame boasts an all-new design. […]

Karoly Reisinger, CEO of the New York piano repair shop Klavierhaus, was „mesmerized“ at a sound he said brought lyrical qualities back to the piano after a century of power-focused development.

Das futuristische Äußere lässt einen eigentlich eher skeptisch werden – ist das jetzt auch dem noch viel besseren Klang geschuldet..? Interessant finde ich aber die Frage, ob nicht die jetzt verwendeten Instrumente, die größtenteils technologisch Ende des 19. Jahrhunderts abgeschlossen waren, doch noch Optimierungspotenzial haben. Das Kontraforte bspw., eine Weiterentwicklung des Fagotts, gilt seit einigen Jahren als ernsthafte Alternative.

(via Neatorama)

Die älteste Musik des Universums

Die ZEIT berichtet von Untersuchungen an dem ältesten bislang bekannten Sonnensystem, und zwar, da wurde ich hellhörig, mit Klangmessungen:

Um das rund 117 Lichtjahre entfernte System in der Milchstraße zu verstehen, haben die Wissenschaftler die natürlichen Resonanzen aus dem Inneren seines Zentralsterns aufgezeichnet. „Sie klingen in etwa wie Wasser in einem Topf, das fast kocht“, erklärt Saskia Hekker, Sternforscherin vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen.

Wäre ein Eintrag im Musikgeschichtsbuch wert.

Siehe auch: The Sounds of Space

Früher auf Kulturtechno: Die ersten Komponisten: Schwaben

Skizzsm

31.1.15
Neue Musik = Irgendwas mit Musik
Ein Orchesterstück, das nur aus 1 Glissando aller Streicher besteht. Schnell, langsam.
Neue Musik: Andere Saiten aufziehen.
Cellosaiten auf eine Geige ziehen.
Saiten in eine mechanische Schreibmaschine spannen. Texte schreiben.
Lautstärken und -schwächen
fffffffffpffffffffff

Skizzsm

29.1.15
Ein Trakl-Gedicht aufführen, indem sein Binärcode auf zwei beliebige Zustände angewendet wird.
Alle Nullen und Einsen im Computer addieren.
Den Instrumentalisten kitzeln, dadurch neue Rhythmen gewinnen, ohne Darstellungsdistanz.
Ein Sägeblatt als Partitur.
Lauter verschiedene Schlägel, in allen Permutationen hintereinander hängen und pendeln lassen.
Ein Laufband, auf dem sich lauter Schlaginstrumente befinden. Schlagzeuger stehen daneben und machen jeweils Aktionen. Chaplin.
Trommelfail
Jeden Takt einer Lachenmann-Partitur zu einem Akkord zusammenfassen.
Särge ausschütten.
Mikroskopmusik.
Zwei unterschiedliche Tastaturen aneinanderreiben, die dadurch entstehenden Rhythmen (Guero).

Skizzsm

30.1.15
5 Hände klatschen aneinander Applaus

Skizzsm

27.1.15
Xenakis hat Versöhnungssex mit Nono. Mikrofoniert.
Mit dem Fuß Gitarre spielen. Und gleichzeitig mit der Hand den Fuß massieren.
Fußmassage, mikrofoniert.
Den Fuß mit Kopfhörern massieren.
Eine Armbanduhr um den Gitarrenhals schnallen.
Halsschmuck um den Gitarrenhals legen.
Verschiedene Fußabdrücke auf den Gitarrensaiten.
Staub als Präparationsmaterial.
Verdrehte Obertöne. Die Untertonreihe als Obertonreihe.
Die Satzmelodien ausschließlich von Fragesätzen hintereinander. Lauter Vordersätze.
Einen innigen Kuss mit zwei Gitarrensaiten nachspielen, sie reiben aneinander, müssen dafür gedehnt werden usw. Mikrofoniert.