Wie wird aus vielen kleinen Daten (Small Data) ein riesiger Ozean an Daten (Big Data), und wie lassen sich daraus Informationen und Bedeutung destillieren? Das Video gibt einen Überblick darüber wie „Big Data“ Gesellschaft und Wirtschaft verändert. Und welche Herausforderungen bringt der Wandel zur datengetriebenen Gesellschaft für das Leben jedes Einzelnen?
Wie Big Data Gesellschaft und Wirtschaft verändert
This painting should ideally be hung near a Sol LeWitt
Benjamin von Stuckrad-Barre schreibt in „Soloalbum“, dass er nur eine Freundin haben kann, die mal etwas mit Christoph Schlingensief gehabt hat.
Von Jonathan Monk (2004).
(via pietmondriaan)
Heiner Goebbels : Stifters Dinge
Stifters Dinge ist ein Klavierstück für fünf Klaviere ohne Pianisten, ein Theaterstück ohne Schauspieler, eine Performance ohne Performer. Vor allem ist es aber eine Einladung an die Zuschauer in einen faszinierenden Raum voller Töne und Bilder, eine poetische Einladung zum Sehen und zum Hören. Im Zentrum stehen die Dinge, die im Theater oft als Dekor oder Requisit eine nur illustrative Rolle spielen, hier aber die Protagonisten sind: der Vorhang, das Licht, die Bilder, die Geräusche, die Töne, die Stimmen, Wind und Nebel, Wasser und Eis.
Der Rand wird zur Mitte, wie bei Adalbert Stifter, der sich auf seinen literarischen Streifzügen im frühen 19. Jahrhundert hingebungsvoll den Erscheinungen am Rande des Geschehens widmet. Er richtet seine Aufmerksamkeit auf die Natur und auf Phänomene, die uns fremd und unbekannt erscheinen. Was er nicht kennt, nennt er einfach ›Ding‹ und bringt es in detaillierten Beschreibungen zum Sprechen. Dabei nimmt er sich Zeit und fordert sie von seinem Leser — so als müsse dieser auf seinem Weg durch den Text erst einmal selbst durch den Wald, von dem die Rede ist.
Stifters Dinge knüpft an dieser Haltung an und transformiert sie in eine hochverdichtete Atmosphäre aus Bildern und Tönen. Mechanische Vorrichtungen bringen Klaviere in Bewegung, entlocken Rohren, Blechen und Steinen ungewohnte Klänge, die zu einer Musik der Dinge werden.
Die Arbeit ist eine Begegnung mit dem Fremden, mit den zugleich anziehenden und beängstigenden Kräften, derer wir nicht Herr sind. Ein Plädoyer für die Bereitschaft, andere als unsere eigenen Kriterien und Urteile als Instanz zuzulassen.
Videos von Manos Tsangaris
Vom Komponisten / Multimediakünstler Manos Tsangaris (Kulturtechno früher) gibt es mittlerweile viele schöne Videos online.
Audioguide III
Das Video kann man in superscharfem „4K“ anschauen (YouTube rechts unten im Player einstellen).
Musiktheater von Johannes Kreidler
7.6.2015, Hannover
KunstFestSpiele Herrenhausen
Heloisa Amaral, Alexandre Babel, Johannes Kreidler, Tom PilathAudioguide, in der ursprünglichen Version von über 7 Stunden Dauer, konzentriert sich in dieser Fassung auf die Fragen von Schönheitswirkungen, von der Übergröße des Medialen und dem Platz des Individuums. Vor dem Hintergrund einer ausdifferenzierten Gesellschaft, worauf die unzähligen Metalmusik-Stile hinweisen, wird im ersten Teil aus Jacques Derridas Kunstphilosophie rezitiert: „Diese Tulpe, von der ich spreche, und die ich, indem ich spreche, ersetze.“ Der Satz bezieht sich auf Immanuel Kant und dessen Idee des interesselosen Wohlgefallens, das für die Erfahrung der Schönheit zentral sei. Die Transformation in die ästhetische Wahrnehmung, hier von der Schönheit der Tulpe in Sprache, steht beispielhaft für die Erfahrung des Medialen. Und das wird im folgenden, zentralen Talkshow-Teil anhand einer symbolträchtigen kollektiven Erfahrung besprochen: die visuelle und symbolische Wirkung des 11. Septembers 2001. Bezugnehmend auf Karlheinz Stockhausens berüchtigte Pressekonferenz zwei Tage nach den Anschlägen, in der der Avantgarde-Komponist den ästhetischen Charakter der Aktion zwar unsinnigerweise verherrlichte, aber doch nicht zu Unrecht erkannte, entspinnt sich eine Theorie der hypermodernen Kunst, deren Charakter die Übergröße, die Überwältigung bis zur Totalisierung und zur Unausführbarkeit ist. Schließlich kehrt auch die Tulpe wieder, denn sie ist nicht nur Kants (und Derridas) Beispiel für die reine Schönheit, sondern war auch ganz profan Ursache für die erste moderne Spekulationsblase Europas, auf dem holländischen Markt 1637: die „Tulpenmanie“. Zuletzt erweitert sich dieser Themenkreis um Emotionales: Liebeskummer, Traumata und Rachegefühle sind die Energien, die zu Aktionen führen – es kulminiert in einer kathartischen Zerstörung von 66 Geigen als Vereinigung von Lust, Schmerz, Überschreitung und Überwältigung. „Alles geschieht um ein Grab herum“, wird Derrida noch einmal zitiert. Danach wird die Ausdifferenzierung getanzt.
Audioguide ist eine konzeptuelle Oper, aus kleinen und großen Modulen zusammengebaut, jedes mal anders, ein multimediales Sprechtheater mit und über Musik, eine Collage des Gegenwärtigen.
Radiofeature über „Minusbolero“ online
Jemand hat das Radiofeature über mein Orchesterstück „Minusbolero“ von Carolin Naujocks, gesendet auf DeutschlandRadio Kultur am 4.6. (Kulturtechno früher), mitgeschnitten und online gestellt.




