Video, 28 min., 2008
by Alexandra Weltz, co author Sarah Bormann
digital handcraft is an educational film, a portrait of the process of computer hardware production. It displays the organisation of production in global value chains and investigates the conditions of life and labour for millions of migrant worker in China’s factories, which manufacture the hardware for the immaterial production of the 21st century.
This film takes a look at the flipside of globalised computer production, which is incongruous with the “clean” image the industry usually displays. By interviewing both activists and workers, the film investigates the current situation as well as future possibilities for improving their situation. Furthermore, the film looks at issues surrounding the illegal shipping of computer scrap parts from Germany to developing countries.
Digital Handcraft. China`s global factory for computers
Werbescreens musikalisch abgegriffen
L.S.D feeds on light via two LDR (light depending resistor) mounted on a suction cup, allowing the sensors to be mounted on any screen surface. An analogue synthesizer converts the light input to sound waves. This device can be used in many different configurations and feeds from any light sources. Even if L.S.D can be controlled by any light source, its design is aimed at screen reading/listening.
Von Benjamin Gaulon.
(via Rebel:Art)
Modern Cello Techniques
Eine hilfreiche Ressource für Komponisten vom Chicagoer Cellisten Russell Rolen:
Welcome to ModernCelloTechniques.com, a resource for cellists who want to learn how to create the beautiful and interesting sounds found in contemporary cello compositions. Within these pages you will find practice strategies for many specialized techniques, printable exercises for you to practice, and video demonstrations.
Das totale Archiv
Konzeptstudie von Studenten der Architecture School of Paris La Siene für die Stockholm Library. Mehr dazu hier.
(via Kotzendes Einhorn)
Musik für Schreibmaschine / Computertastatur
Diesen Freitag wird in Oslo eine gänzlich neue Version meiner untitled performance #3 uraufgeführt, ein Auftrag von Ny Musikk, mit dem Ning Ensemble. Wie schon in #1 spielen die Musiker auf einer Computertastatur. Am Vormittag werde ich im Goethe-Institut eine Einführung in das Stück machen und dafür etwas in die Geschichte zurückgehen, was die Benutzung von Schreibmaschine und Computertastatur in der Musik angeht.
Basislektüre für alle medientheoretisch Interessierten ist hier natürlich das „Typewriter“-Kapitel aus Friedrich Kittlers Buch Grammophon, Film, Typewriter. Kittler holt weit aus und zeigt die Genese des technischen Mediums auf – unter anderem referiert er Nietzsche, der sich kurze Zeit mit einer Schreibmaschine versuchte, was ihn vielleicht zu dem berühmten Satz veranlasste: „Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken.“
Was meine Recherchen in der Musik erbrachten (vielen Dank an alle Informanten auf Facebook und Twitter!):
-Der Futurist Luigi Russolo imitierte auf dem Klavier die Schreibmaschine
-Erik Satie verwendete 1917 in dem Ballett Parade, möglicherweise von den italienischen Futuristen angeregt, eine Schreibmaschine
-Paul Hindemith gebraucht in einer Szene der Oper „Neues vom Tage“ eine Schreibmaschine
-Krysztof Penderecki: Fluorescences
-Mason Bates: B-Sides
-Leroy Anderson’s The Typewriter ist natürlich DER Klassiker, vor allem dank Jerry Lewis
-In John Cages „Songbook“ gibt es eine grafische Partitur für verstärkte Schreibmaschine
-Es gibt von John Cage ein Typewriter Piece
-Robert Nasveld: Preparation for Coma von 1974 für Bassklarinette und Schreibmaschine
-Olga Bochikhina: SIGNature
-Sergej Newski: Bastelmusik II
-Moritz Eggert: Melodie 1.0 (Schreibmaschinentrio)
-Jan Trützschler von Falkenstein: Apparaat 3
-Das Boston Typewriter Orchestra
Auf Platz zwei steht Moritz Eggerts „Symphone 1.0 (Concerto Grosso)“ für 12 Schreibmaschinen, die Spitzenposition hat Rolf Liebermann mit Les Echanges für 156 Schreibmaschinen inne!
Und aus dem Pop:
-Cornelius: Typewriter Lesson
-Bo Katzman Gang: I’m in Love with my Typewriter
Die Schreibmaschine ist heute natürlich vom Computer überholt. Nun wäre also Musik für Computertastatur dran. Viel habe ich allerdings nicht gefunden. Die Tastatur ist insofern etwas anderes, als sie nicht derart sonore Klänge erzeugt wie die alte mechanische Schreibmaschine; dafür kann sie als Controller alle nur erdenklichen Computerklänge ansteuern. Natürlich könnte man jetzt all die Laptop-Musicians nennen, aber ich meine doch den Gebrauch der Computertastatur in expressiverer Weise.
Außer meinen eigenen Arbeiten konnte ich nur in Erfahrung bringen:
-Nan Zhang hat 2003 eine Performance mit verstärkter Computertastatur gemacht
-Francesco Filidei hat 2007 mit dem Ensemble Recherche bei den Donaueschinger Musiktagen u.a. auch eine Computertastatur verwendet
-Niklas Seidl gebraucht in „Bottichkulturen“ eine Computertastatur
-Ewan Stefani hat eine Installation mit einer Computertastatur gemacht (Fotos)
Die filmische Bemächtigung der Thematik ist als Film-im-Film bereits 1970 dieser indischen Produktion gelungen:
Splitscreen Music, 1967 und 1975
Splitscreen-Musik scheint eine typische Form des YouTube-Zeitalters zu sein, wie sie vor allem Kutiman populär gemacht hat. Ich selbst wende das Verfahren in meinen nächsten Stücken an und habe schon mal eine Studie dazu erstellt. Die Idee ist aber freilich so alt wie Film überhaupt, wie man schon bei Méliès 1900 sehen kann und wie auch die folgenden Videos von 1967 und 1975, wenn auch mit Hilfe von Spiegeln, zeigen:
(Dank an Pieter!)
Bismarck und Graf Moltke – Tonaufnahmen (1889)
Vor ein paar Tagen ging das durchs Netz, werden also die Meisten schon mitgekriegt haben: Es sind Tonaufnahmen von Otto von Bismarck und Graf Moltke d.Ä. (geboren 1800, also die Aufnahme eines Menschen noch aus dem 18. Jahrhundert) entdeckt worden. Da ich hier aber öfter Dokumente der Mediengeschichte bringe, muss das eben auch rein; außerdem gibt es jetzt von der Bismarck-Aufnahme auch ein Video zum Mitlesen. Ein interessanter Effekt: Hört man die Aufnahme erst mal ohne Text, versteht praktisch nichts; mit Text dagegen fast alles (vgl. das sprechende Klavier von Peter Ablinger)
Früher auf Kulturtechno:
Audioaufnahmen von vor über 125 Jahren
Die erste Klangaufzeichnung der Welt (1860)
Cranach Digital Archive
Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden.
Im Text Das totale Archiv habe ich geschrieben:
Zoologische Gärten sind Produkte des 19. Jahrhunderts, in dem es zwar Kolonien und regen Seefahrtsverkehr, aber noch keine guten Aufzeichnungsmedien oder Fernreisemöglichkeiten gab, mit deren Hilfe Normalmenschen exotische Tiere sehen konnten. Heute aber kann eine Kamera viel näher und faszinierender an eine Giraffe in ihrer Lebenswelt heranzoomen, als wenn man sie zum Begaffen in fremdem Klima einsperrt. Flugzeug und Film machen den Zoo, der ohnehin Tierquälerei ist, obsolet. Ähnlich verhält es sich mit den Symphonien Beethovens, die man heute in tausend Interpretationen, auf Dolby Surround zu Hause anhören kann: Das genügt! Man muss sie nicht noch weiter aufführen, die Ressourcen dürfen nun gerne anderweitig eingesetzt werden, für aktuelle Musik. Ebenso kann man heute im Netz Bilder von Picasso und van Gogh hochaufgelöst betrachten, dichter (und ungestörter) als man je im Museum of Modern Art an sie herantreten dürfte. Das sollte ausreichen! Wer hat schon die Demoiselles d’Avignon in echt gesehen? Nie wird Olivier Messiaens Schlüsselwerk Mode de Valeurs et d’Intensités gespielt, trotzdem kennt es jeder Komponist, trotzdem war es musikgeschichtlich epochal. (Theodor W. Adorno war der Ansicht, es reiche, Noten zu lesen; so radikal braucht man es nicht zu halten, zumal Noten heute nicht mehr die Musik adäquat abbilden. Aber klangliche Reproduktionen erfüllen den Zweck.)
Dazu passt die folgende Meldung:
In October 2009, nine major museums in Europe and the United States began working together on a pilot project to establish methodologies for interdisciplinary collaborative research, sharing knowledge and providing access to art historical, technical and conservation information on paintings by Lucas Cranach the Elder in the electronic environment. The project is funded by the Andrew W. Mellon Foundation as part of a larger initiative to develop new kinds of research tools to facilitate transmission of art historical and conservation information across institutions and international boarders in order to advance scholarship and learning. The Cranach Digital Archive serves to safeguard and provide access to documentary material in archives, it actively promotes collaborative research and it generates new high quality documentary material and tools to explore new research possibilities in the electronic environment.
Tatsächlich wird auf der Seite geboten, was man sich nur denken kann: Gesamt-, Detail-, Mikroskop-, Rückseiten-, Infrarot- und Röntgenaufnahmen in hoher Auflösung.
Des weiteren passt auch diese Meldung: Bundestag beschließt Digitalisierungsoffensive für das kulturelle Erbe.
(via unhappy readymade)









