Noch einmal zur Kunst: Seit jeher wurde beschrieben, dass das Kunstwerk gewissermaßen eigene Lebendigkeit, Subjektivität besitzt, auch wenn es faktisch bedrucktes Papier ist oder eine Leinwand mit chemischen Farben drauf. Für Theodor W Adorno lagen im Material und in den Formzwängen kondensierte Geschichte und gesellschaftliche Kräfte, die immer über den einzelnen Künstler hinausgehen. Jane Bennett beschreibt die Wirkmacht von Materie, in deren Gefüge wir uns wiederfinden.
Wir können den Subjektbegriff auch einer Fremdheit einschreiben, von der menschlichen Gesellschaft zur Natur, zu Materie, und zu Algorithmen – schließlich wieder beisammen in der Kunst. Das Kunstwerk als Ding mit Eigensinn, mit einem Firnis des Unverfügbaren: In der robotischen Skulptur erhält diese alte Erfahrung eine physische Steigerung.
Dabei verteilt sich die Hervorbringung des Geschehens über viele Instanzen. Das Blech folgt seiner Elastizität, der Motor seiner Last, der Algorithmus seinen Bedingungen, der Raum seinen Resonanzen. Auch meine kompositorische Entscheidung gerät in dieses Gefüge hinein und wird von seinen Reaktionen weitergeführt. Man baut einen Zusammenhang von Kräften, in dem etwas geschieht. Autorenschaft wird darin räumlicher, verteilter, fast ökologisch.
