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Kategorie Museum für moderne Kunst

Super Mario ist das größte surrealistische Kunstwerk

Ich überlege noch, was es damit auf sich hat – in letzter Zeit begegne ich immer wieder der Sache, dass jemand ein bekanntes Ding zum Mega-Kunstwerk erklärt. Ist natürlich Duchamp, Ready-Made und so, aber irgendwie auch noch was anderes. Eben, das Mega-Kunstwerk, was ganz andere Dimension hat als was so ein Einzelkünstlerchen schafft. Wie zum Beispiel die Gesamtheit der Erscheinungsformen von Super Mario. Wird auch nicht einfach nur behauptet (wie bei Duchamp), sondern erklärt, wie etwa in diesem netten Video.

(via Neatorama)

Chopin @Mario Paint Composer

Die Kinder hängen wieder den ganzen Tag nur an der Daddelkiste….!
Auf YouTube findet sich natürlich noch haufenweise klassische Musik, interpretiert mit Mario Paint Composer, einschließlich Cages 4’33“.

(via nomnomnom)

Die Sacre-Akkorde, übereinander

Letztens hatte ich hier die Sacre-Akkorde im historischen Aufriss, und in den Kommentaren kam der folgerichtige Wunsch auf, das doch übereinanderzustapeln. Jetzt hat’s jemand gemacht, es ist herrlich!

Danke für den Tipp, Michael!

Die „Sacre du Printemps“-Akkorde, 1921-2010

Nachdem die chronologischen Eroica-Anfangsakkorde rumgingen, hat jetzt jemand die berühmten polytonalen Akkorde aus „Le Sacre du Printemps“ von Strawinsky von 1921 bis 2010 kompiliert:

(via Musikfabrik)

Klangskulpturen von Zimoun

Ein schönes Video mit Arbeiten von Zimoun.
Danke für den Tipp, Jan!

Früher auf Kulturtechno:
Peitschenchor
Holzwurmsound

Nachtrag zu den Eroica-Akkorden

Unlängst hatte ich hier die chronologischen Eroica-Akkorde, die viral gingen. Das blieb nicht ganz folgenlos:

Jarkko hat daraus einen „Kanon à 3“ gemacht, was es noch minimalmusichafter macht:

Und Thomas Johanson hat alle übereinandergestapelt, voilà:

Toaster, komplett selbsthergestellt

Thomas Thwaites hat einen 5$-Toaster komplett selber gebastelt, bzw. es versucht. 9 Monate dauerte die Arbeit an den nötigen 400 Einzelteilen.

Eine ganze Zivilisation wird benötigt um einen Toaster zu bauen. Designer Thomas Thwaites hat das auf die harte Tour gelernt, als er versuchte, einen von Grund auf zu bauen: Eisenerz für Stahl fördern, Plastik aus Öl herstellen… es ist offen gesagt unglaublich, dass er so weit kam wie er kam. Eine Parabel unserer ineinandergreifenden Gesellschaft, für Designer ebenso wie für Konsumenten.

Den Glimmer für die Heizdrähte schürfte er mit dem Taschenmesser in Nordschottland. Nickel gewann er durch Einschmelzen von Münzen, Kupfer für die Kabel aus einem kupferhaltigen Gewässer in Wales. Gummi für die Kabelisolierung wollte er aus einem alten Gummibaum in den Botanischen Gärten von Kew extrahieren, was ihm jedoch untersagt wurde.

Tom Früchtls übermalte Readymades

Tom Früchtl überhöht Alltagsobjekte um ein Geringes.

„Wall“ (2007)

„lowfidelity“ (2007)

(via Kunstforum International)

Ähnlich in der Musik: David Helbichs „Shouting“.

Teppiche

Katrin Sonnleitner: Puzzle Perser (2007-09)

Richard Hutten: Playing with Tradition (2008)

(via Kunstforum International)

Trudo Engels‘ fiktive Künstlerbiografien

Around 1995, the Belgian artist Trudo Engels decided he no longer wanted to be known by his name. So he created the collective Various Artists, composed of 24 fictitious artists, each with a different personality, and each of whom are him.

Der belgische Künstler spielt also permanent Karneval und schlüft mal in die Rolle eines abstrakten Malers, in die einer Splatter-Installateurin, in die eines Minimalisten, die eines radikalen Hungerkünstlers usw., lässt die Künstler auch untereinander kollaborieren oder bietet in Workshops anderen Leuten an, einmal in die Rolle von diesem oder jener zu schlüpfen. Es handelt sich um folgende, von Engels akribisch ausgearbeitete Künstler:

Intrudor, Armin Turing, 1973, Munich, Germany;
Innumerat Roselare, 1970, Du Bois, Pennsylvania, United States;
Bernard Leroy, 1975, Mississauga, Canada;
Johannes Korstjens, 1980, Haarlem, Netherlands;
Lima Drib, 1961, Liverpool, England;
n.e.b.u.s.i., 1968, Spitak, Armenia;
Digi_Shelf, Délia Sheehy, 1971, Limerick, Ireland;
Willy Depoortere, 1979, Poperinge, Belgium;
Aude Thensiau, 1975, Marseille, France;
Christl Coppens, 1986, Ghent, Belgium;
Martaque, Jamila Al Khawarizm, 1973, Cascais, Portugal;
Steina Zooeydottir, 1981, Bolungarvik, Iceland;
Late Trudo Engels, 1962-2009, Roeselare, Belgium;
Valereson da Silva, 1971, Pindamonhangaba, Brazil;
Eraser, Ana Omandichana, 1984, Siroki Brijeg, Bosnia and Herzegovina;
Cindy Janssens, 1985, Maastricht, Netherlands;
Freddy Grant, 1952, Kilarrow, Scotland;
Martn Coppens, 1986, Ghent, Belgium;
Robert Ingelbreć, 1982, Stockholm, Sweden;
Diederick Dewaere, 1974, St-Etienne, France;
Marcella.B, 1955, Arnhem, Netherlands;
Morice de Lisle, 1955, Kinshasa, Congo;
Sufferice, Albert Savereys, 1964, Petegem, Belgium;
Hélène Thensiau, 1976, Marseille, France.

For each VA, Trudo Engels has created a database containing their personal information: a CV, portraits, works, studios, stories, articles, etc. These archives form the basis of the Being an Artist sessions.
They were created, on the one hand, to develop further the VA, on the other to make them available to other artists (AV: Artistes Véritables, i.e., real, actual artists), who thus have the opportunity to free themselves of their own artistic practice. The VA are thus evolving towards a collective conceptual thought, an open structure accessible to all.

Beispielsweise wurde in der Luisa Strina Gallery in Sao Paulo eine Arbeit des Kollektivs ausgestellt, ein Zuckerschloss, begleitet von Performances und Theoriearbeiten.

Schon Jorge Luis Borges hat gerne mit fiktiven Biografien gespielt, z.B. in Pierre Menard, Autor des Don Quixotte, wo ein Autor komplett das Leben von Cervantes nachspielen will, sodass er dann quasi automatisch den Don Quixotte wortwörtlich schreiben würde.

Und was ist mit der Musik? Da wäre so ein Konzept natürlich auch möglich; was könnte man da nicht für kuriose, vielversprechende Komponistenleben entwerfen? – theoretisch. Aber praktisch ist derlei gar nicht vorgesehen, strukturell fast unmöglich (was soll denn die GEMA davon halten?). Schande! (Jennifer Walshe hat mal ein bisschen was in die Richtung gemacht, und Mike Svoboda (danke, Paul!).)

Danke für den Tipp, David!