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Kategorie Kopierrecht

Netzpolitik: Podcast zur Kulturflatrate

Markus Beckedahl interviewte Volker Grassmuck zur Kulturflatrate. Die Debatte darum ist mittlerweile netzweit am Kochen, und schon fast überkommt einen das Gefühl, dass das Thema totgeredet wird, ehe etwas passiert (die ästhetische Dimension der Demokratie ist ein Problem). Dieses Gespräch ist aber sehr empfehlenswert, da ein wirklicher Experte spricht.

Der alte Markt wird wegbrechen und in seiner Form nicht wiederherstellbar sein (und das ist auch nicht zu wünschen). Modellrechung: Der Arbeiter im CD-Presswerk verliert seinen Job, aber er braucht auch nicht mehr so viel Geld für Konsumgüter, denn er kann sie umsonst herunterladen (und gewinnt viel Zeit!). Wer daran verliert, sind natürlich die Bosse des Arbeiters, aber diese Umverteilung können wir uns nur wünschen.

An den Kommentaren zu dem Netzpolitik-Post wird trotz Grassmuck-pro Kulturflatrate – Expertise deutlich, dass die Sache große Widerstände hat. Nachhaltige Lösung wird die Kulturflatrate nicht sein. Die ganz logische letzte Konsequenz aus der Digitalisierung und dem damit folgenden Ende vieler Arbeitsmodelle ist das bedingungslose Grundeinkommen. Hoffentlich werden die beiden Themen Digitale Revolution und Grundeinkommen bald in der Diskussion noch mehr „verlinkt“.

Video über die geplante Ausweitung der Urheberrechte auf 95 Jahre

Sampling mal wieder

Wie die GEMA mit dem Widerspruch zwischen meinem Fall und Bushidos umgeht wäre interessant zu erfahren. Aber die hält sich natürlich wieder mal bedeckt, außer dass in ihrem jüngsten Hochglanzmagazin mit keinem Sterbenswort eine gewisse Aktion vom letzten Sommer erwähnt wird.

http://www.zoomer.de/news/topthema/bushido-vor-gericht/urheberrecht/artikel/plagiatsvorwuerfe-gegen-rapper-bushido

So soll es sein. Kunst wird bezahlt, Kunst wird frei.

~andrea me berichtet, dass in Linz kulturelle Projekte, die unter eine freie Lizenz gestellt werden, mit 10% mehr gefördert werden. Das geht in die Richtung meiner im Zuge der „product placements“ gestellten Forderung, dass es ein solides Auftragswesen für Künstler geben soll, die Kunstwerke dann aber frei der Menschheit gehören müssen.
Die Auflage in Linz ist, dass man das geschaffene Werk dann nicht bei einer Verwertungsgesellschaft anmeldet. Das wäre nun aber bei der GEMA gar nicht möglich, denn entweder man ist da drin und muss JEDES Werk melden oder man ist komplett draußen, wofür sich dann nicht ohne Grund immer mehr Künstler entscheiden. Ob sich da noch dieses Jahrhundert bei der GEMA was ändern wird?

Elektrischer Reporter zum Urheberrecht II

Im zweiten Teil der Elektrischer-Reporter-Reihe zum Thema Urheberrecht in digitalen Zeiten geht es um Creative Commons und Kulturflatrate:

product placements @ZDFinfokanal: Elektrischer Reporter

In der neuesten Ausgabe des Elektrischen Reporters geht es um Urheberrecht in digitalen Zeiten. Unter anderem mit meiner Aktion product placements, 70200 GEMA-Formulare für ein 33sekündiges Musikstück.

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Elke Heidenreichs Sendung geht weiter, und zwar auf dem besten Sendeplatz überhaupt, dem Internet. Dann kann die Sendung endlich auch ich sehen, der ich noch nie einen Fernseher besessen habe.

Link: Lesen ! Gast: Campino - www.litcolony.de

Zum BGH-Urteil bzw. meinem Interview dazu

In meinem Interview mit der SZ ist es zu Verwirrung gekommen. Natürlich begrüße ich nicht, dass die 2 Sekunden Kraftwerk geschützt bleiben sollen, aber ich begrüße, dass zumindest herauskommt, dass es Hintertüren gibt.
Ich muss dazu sagen, dass das Interview per Handy mitten während meiner Arbeit geführt wurde und ich nicht sorgfältig genug antworten konnte. Ich hoffe, dass dennoch ersichtlich geworden ist, dass hier das Problem der Uneindeutigkeit des Urteils die Debatte weiter anheizen wird, und das sehe ich als Teilerfolg.

SZ-Interview zum Pelham-Urteil des BGH

Heute hat der Bundesgerichtshof ein bemerkenswertes Urteil gesprochen: Ein 2sekündiges Sample, das Moses Pelham von Kraftwerk übernommen hat, ist keine Verletzung des Urheberrechts.

Dazu habe ich heute der SZ Online ein Interview gegeben:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/600/387397/text/

Bemerkenswert ist, dass der BGH betont, dass grundsätzlich kleinste gesampelte Klangschnipsel Diebstahl geistigen Eigentums sein können. Daran ist bemerkenswert, dass die GEMA bei meiner Aktion ja genau umgekehrt argumentiert hatte, um sich aus der Affäre zu ziehen. Das bemerkt der Musikmeteoblog und empfiehlt, dass ich mich nun selber verklage, um das wieder ins Rampenlicht zu holen. Ich werde die Sache prüfen.

Aggregat Kopierrecht

Momentan wieder viel besprochen sind Fragen des Urheberrechts. Netzpolitik schreibt von 10 Jahren Copyright-Novelle, Arbeit 2.0 berichtet von Martin Kretschmars Initiative gegen die Verlängerung der Schutzfristen, etliche sekundieren.
Ein Gedanke den ich aufgreifen will ist die vielbeschworene Remix-Kultur bzw. das Beschwören der Remix-Kultur. Ich habe selbst ja den „YouTube“-Professor Michael Wesch verlinkt, der lauter schöne Beispiel für kreativen Umgang mit YouTube zeigt.
Meine Meinung dazu sollte nach product placements bekannt sein. Ich will aber auch einmal feststellen: Das Gros remixt nicht, sondern konsumiert nur. Ab wann eine respektable eigene Leistung hinzukommt ist dann wieder eine juristische Frage, siehe Raab / Kalkofe, aber die meisten YouTube-Klicks kommen sicher nicht von produktiven Remixern, ich schließe mich selbst ein. Darum mag ich die Remix-Argumentation gar nicht so sehr, wenn es um die Frage nach Urheberrecht im Digitalen geht. Hinreichend ist m.E. schon die Argumentation, dass es einfach ein Segen ist, Kulturgüter zum freien Konsum im Digitalen verbreitet und verfügbar zu haben. Die Doppelmoral ist doch: Popstars belehren ihre Fans, sie sollen doch bitte ihre Songs ehrlich kaufen, aber diese Stars selbst laden sich genauso Musik illegal aus dem Netz (ja, ich verfüge über Insiderinformationen).
Remix soll sowieso viel besser ermöglicht werden (so lange er nichtkommerziell ist, wenn auch hier die Grenzen manchmal schwer zu ziehen sind), aber schon der Konsum soll frei sein, wie ja auch Straßenbahnen umsonst sein sollten oder zumindest die umweltschonendsten öffentlichen Verkehrsmittel (also die Bahn) auch die billigsten. [Es berührt eben auch eine Qualitätsdebatte, wie ich in dem Zusammenhang nicht müde werde zu betonen.] Das ist aber freilich die Systemfrage, die da aufgerollt wird.