{"id":15511,"date":"2015-07-11T05:25:08","date_gmt":"2015-07-11T03:25:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=15511"},"modified":"2015-07-06T20:24:18","modified_gmt":"2015-07-06T18:24:18","slug":"immaterial-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=15511","title":{"rendered":"Immaterial"},"content":{"rendered":"<p>Auseinandersetzung \/ Abgrenzung von Geschichte \/ Traditionen (der Neuen Musik)<\/p>\n<p>Endlich ist der Begriff Konzeptmusik verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Es ist an der Zeit, den Konzeptualismus in der Musik herauszuarbeiten.<\/p>\n<p>Warum Konzepte in der Musik. Warum wird der Begriff des Konzepts \/ Konzeptualismus\u2018 jetzt f\u00fcr die Musik stark gemacht. Weil es das unkonzeptuellste Medium ist. Nirgends ist so viel Ablenkung, so viel Konvention von \u00c4sthetik.<br \/>\nKonzeptualismus in der Musik braucht einen betr\u00e4chtlichen Aufwand an Gewalt. Das verleiht ihm die Energie. Hier gibt es etwas zu gewinnen, hier gibt es ein Anzugreifendes. \u201eWenige sind wert, dass man ihnen widerspricht.\u201c<br \/>\nVergewaltigung \/\/ Kastration<\/p>\n<p>Konzeptualismus ist in den Kunstsparten Musik, Theater und Film schwieriger, weil diese eigentlich sehr viel Handwerk brauchen. Wenn es aber doch gemacht wird \/ gelingt, ist es um so provokanter. (Musik findet sich wieder in einer Philharmonie-Opulenz)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Spektralarschloch<br \/>\nAlgorithmenarschloch<br \/>\nRomantikarschloch<br \/>\nModernesarschloch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Konzeptualismus ist Begriffskunst.<\/p>\n<p>\u201eEs mu\u00df eine merkw\u00fcrdige Vorstellung vom Menschen sein, die dahintersteht, von seiner Art und wie er hochge\u00adkommen ist, unter Marienliedem offenbar, und sein Sch\u00f6p\u00adfungsakt vollzog sich milde im Schutz von Milchglasschei\u00adben. Ein ziemlich ungesch\u00fctztes Wesen aber, dieser Vor\u00adfahr, die Haare fielen ihm auch noch aus, als er aus dem Quart\u00e4r trat und rings um ihn die riesigen Echsen, er aber hatte nichts als die Waffe des Bewu\u00dftseins: den Gedanken, die sich sammelnde Erfahrung: den Begriff. Dessen Lautwerdung im Wort deutete bestimmt nicht auf historische Romane und farbengl\u00fchende Gem\u00e4lde des Mittelalters, sondern vertrat Gewalt, und er selbst, der Begriff, war nie ein pazifistisches Gleitmittel, Kaffeeklatsch, kapitalistische Zwischensubstanz, um zwei faule Gesch\u00e4fte aneinander zu kleben, sondern er schied Welt von Chaos, trieb die Natur in die Enge, schlug die Tiere, sammelte und rettete die Art. Schl\u00e4gt bis heute: Drillbohrer gegen naturalistisches Ge\u00adw\u00e4sch und ideologischen Dilettantismus, Aufbrecher der Wahrheit, Einbrecher in die andere, die allgemeine, die unsichtbare Welt, zwingend deren Dauer in die Nichtigkeit des Seins. Der gro\u00dfe Mensch nimmt <em>die Anstrengung des Begriffs<\/em> auf sich, sagt Hegel, in der Tat: eine Anstrengung, zu seiner Herstellung bedarf es einer ungeheuer tragenden Verantwortung vor Vergangenem, eines au\u00dferordentlichen Wissens um Beziehungen und Sachverhalte und einer unge\u00adheuren Intuition f\u00fcr Ann\u00e4herung und Morgenr\u00f6ten, denn er pr\u00e4gt sowohl als er auch deutet, er ist gesetzlich, und alles Kriminelle bek\u00e4mpft ihn von Natur. Alles [Feminine] flieht sein Licht, denn er zerst\u00f6rt schonungslos das Weiche, das Subjektive, und \u00fcber gewisse Eitelkeiten wirft er leicht einen Donner von Gel\u00e4chter. Er ist der objektive Geist, und es ist klar, da\u00df alle Stimmungsprofiteure gegen ihn n\u00e4ssen, seine Proportionen gef\u00e4hrden ihre Ma\u00dfe, ihre Sei\u00adtenzahlen, darum mu\u00df er von jeher und zu allen Zeiten seine Schritte immer wieder aus ihrem Geifer und aus ihrem Fusel ziehen.<\/p>\n<p>Aber sein Haupt bleibt oben, einsam und verwittert &#8211; die kleinen Hirnblasen schmelzen sich ihre Assoziationen zu, nicht jeder darf denken. F\u00fcr viele ist der Filz um die Telephonglocke und der Obstbaum vorm Fenster gut. Nur der darf zugelassen werden zum Denken, der diese unge\u00adheuerliche Kraft einer einzigen sp\u00e4ten, massenm\u00e4\u00dfig gerin\u00adgen Art auch durch die \u00e4u\u00dferst erreichbare Formulierung, die gespannteste Wendung b\u00e4ndigt und st\u00e4hlern begrenzt, der das Gef\u00fchl hat f\u00fcr diese Grenze und die Ergebenheit vor dieser Grenze. Es ist wie in der Kunst. Der \u00e4u\u00dferst erreich\u00adbare Ausdruck mu\u00df erk\u00e4mpft und gehalten werden mit einer Sch\u00e4rfe, die aufs r\u00fccksichtsloseste alles teilt und scheidet, aber man mu\u00df wissen, ob man zu weiteren Formulierungen noch berufen ist. Verliert man den Instinkt hierf\u00fcr, wird man titanisch, statt formverfallen und ausdrucksverschworen; man wird r\u00fcckf\u00e4llig in die vorpameelensche, in die infantile faustische Welt.\u201c<br \/>\nAber immer auch eine Relation zum Akustischen, zu einem medial Verschiedenen.<br \/>\nAnstrengung, Ausstrengung, Strenge \/ Strang des Begriffs.<br \/>\nBegriffliche Zuspitzung, \u00dcbertreibung, der \u00dcbertrieb.<br \/>\nBegriff ohne Eingriff \u2013 Prozesskunst. Das ist nicht so sehr zeitlich zu verstehen. Wir erfahren das Resultat eines Prozesses, der selbst\u00e4ndig ablief; nicht die Genese.<br \/>\nReifen geht nur ohne Eingreifen.<\/p>\n<p>Konzeptualismus ist Begriffskunst, wie der Surrealismus.<br \/>\nKonzeptualismus ist eine Form von Surrealismus. Magritte.<br \/>\nKeine Abstraktion ist real. Hier wird Transzendenz verhandelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auseinandersetzung \/ Abgrenzung von Geschichte \/ Traditionen (der Neuen Musik) Endlich ist der Begriff Konzeptmusik verf\u00fcgbar. Es ist an der Zeit, den Konzeptualismus in der Musik herauszuarbeiten. Warum Konzepte in der Musik. Warum wird der Begriff des Konzepts \/ Konzeptualismus\u2018 jetzt f\u00fcr die Musik stark gemacht. Weil es das unkonzeptuellste Medium ist. 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