{"id":15508,"date":"2015-07-10T09:43:10","date_gmt":"2015-07-10T07:43:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=15508"},"modified":"2015-07-10T11:51:54","modified_gmt":"2015-07-10T09:51:54","slug":"immaterial-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=15508","title":{"rendered":"Immaterial"},"content":{"rendered":"<p>Konzeptoetik<\/p>\n<p>Deleuze, <em>Differenz und Wiederholung<\/em>, das Wort \u201eDifferenz\u201c mit dem Wort \u201eKonzeptmusik\u201c und das Wort \u201eWiederholung\u201c mit dem Wort \u201eKonzeptualit\u00e4t\u201c ersetzt.<\/p>\n<p>Die Konzeptmusik und die Konzeptualit\u00e4t sind an die Stelle des Identischen und des Negativen, der Identit\u00e4t und des Widerspruchs getreten. Denn nur in dem Ma\u00dfe, wie man die Konzeptmusik weiterhin dem Identischen unterordnet, impliziert sie das Negative und l\u00e4\u00dft sich bis zum Widerspruch treiben. Der Vorrang der Identit\u00e4t, wie immer sie auch gefa\u00dft sein mag, definiert die Welt der Repr\u00e4sentation. Das moderne Denken aber entspringt dem Scheitern der Repr\u00e4sentation wie dem Verlust der Identit\u00e4ten und der Entdeckung all der Kr\u00e4fte, die unter der Repr\u00e4sentation des Identischen wirken. Die moderne Welt ist die der Trugbilder <em>[simulacres]. <\/em>Hier \u00fcberlebt der Mensch nicht Gott, \u00fcberlebt die Identit\u00e4t des Subjekts nicht die der Substanz. Alle Identit\u00e4ten sind nur simuliert und wie ein optischer \u201eEffekt&#8220; durch ein tieferliegendes Spiel erzeugt, durch das Spiel von Konzeptmusik und Konzeptualit\u00e4t. W i r wollen die Konzeptmusik an sich selbst und den Bezug des Differenten zum Differenten denken, unabh\u00e4ngig von den Formen der Repr\u00e4sentation, durch die sie auf das Selbe zur\u00fcckgef\u00fchrt und durch das Negative getrieben werden. Unser modernes Leben ist so beschaffen, da\u00df w i r ihm angesichts von vollendet mechanischen und stereotypen Konzeptualit\u00e4ten in uns und au\u00dferhalb unaufh\u00f6rlich kleine Konzeptmusiken, Varianten und Modifikationen abringen. Umgekehrt stellen geheime, verkleidete und verborgene Konzeptualit\u00e4ten, hervorgerufen durch die fortw\u00e4hrende Verschiebung einer Konzeptmusik, in uns und au\u00dferhalb wiederum nackte, mechanische und stereotype Konzeptualit\u00e4ten her. Im Trugbild beruht die Konzeptualit\u00e4t bereits auf Konzeptualit\u00e4ten, beruht die Konzeptmusik bereits auf Konzeptmusiken. Es wiederholen sich die Konzeptualit\u00e4ten, es Konzeptmusikiert sich das Konzeptmusikierende. Das Gesch\u00e4ft des Lebens besteht darin, alle Konzeptualit\u00e4ten in einem Raum koexistieren zu lassen, in dem sich die Konzeptmusik verteilt. Am Ursprung dieses Buchs stehen zwei Untersuchungsrichtungen: Die eine betrifft einen Begriff negationsloser Konzeptmusik, gerade weil die Konzeptmusik, insofern sie nicht dem Identischen untergeordnet ist, nicht bis zum Gegensatz und zum Widerspruch reichen w\u00fcrde oder \u201ed\u00fcrfte&#8220;; die andere betrifft einen Begriff v o n Konzeptualit\u00e4t der A r t , wie etwa die physischen, mechanischen oder nackten Konzeptualit\u00e4ten (Konzeptualit\u00e4t des Selben) ihren G r u n d in den tieferliegenden Strukturen einer verborgenen Konzeptualit\u00e4t finden w\u00fcrden, in der sich ein \u00abDiff\u00e9rentielles&#8220; verkleidet und verschiebt. Diese beiden Untersuchungen haben sich von selbst miteinander verschr\u00e4nkt, weil sich <em>diese Begriffe einer reinen Konzeptmusik und einer komplexen<\/em> <em>Konzeptualit\u00e4t <\/em>unter allen Umst\u00e4nden zu vereinigen und zu verschmelzen schienen. Die permanente Divergenz und Dezentrierung- der Konzeptmusik ist eng mit einer Verschiebung und einer Verkleidung in der Konzeptualit\u00e4t verbunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Spektralismus ohne Obert\u00f6ne.<br \/>\nNoise-Musik ohne Rauschen.<br \/>\nMinimal-Music ohne Patterns.<br \/>\nKomplexismus ohne 32tel.<\/p>\n<p>Johann Sebastian Bach (1929 \u2013 1988)<br \/>\nLudwig van Beethoven (1904 \u2013 1985)<br \/>\nWolfgang Amadeus Mozart (1911 \u2013 1977)<br \/>\nRichard Wagner (1930 \u2013 2005)<br \/>\nRobert Schumann (1927 \u2013 2001)<br \/>\nHeinrich Sch\u00fctz (1901 \u2013 1992)<br \/>\nAlban Berg (1940 \u2013 2008)<br \/>\nArnold Sch\u00f6nberg (1957 \u2013 1998)<br \/>\nFelix Mendelssohn-Bartholdy (1931 \u2013 2012)<br \/>\nFranz Schubert (1911 \u2013 2013)<br \/>\nAnton Bruckner (1934 \u2013 2012)<br \/>\nPaul Hindemith (1934 \u2013 2011)<br \/>\nDmitri Schostakowitsch (1936 \u2013 1999)<br \/>\nAntonio Vivaldi (1951 \u2013 2002)<br \/>\nFranz Liszt (1949 \u2013 1974)<br \/>\nGuillaume de Machaut (1950 \u2013 2013)<br \/>\nGuillaume Dufay (1899 \u2013 1928)<br \/>\nFr\u00e9d\u00e9ric Chopin (1915 \u2013 1945)<\/p>\n<p>Die Geburt der Konzeptmusik aus der Taubheit Beethovens (Tsangaris).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konzeptoetik Deleuze, Differenz und Wiederholung, das Wort \u201eDifferenz\u201c mit dem Wort \u201eKonzeptmusik\u201c und das Wort \u201eWiederholung\u201c mit dem Wort \u201eKonzeptualit\u00e4t\u201c ersetzt. 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