{"id":15483,"date":"2015-07-04T05:20:17","date_gmt":"2015-07-04T03:20:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=15483"},"modified":"2015-07-03T10:22:00","modified_gmt":"2015-07-03T08:22:00","slug":"immaterial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=15483","title":{"rendered":"Immaterial"},"content":{"rendered":"<p><em>Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Tr\u00e4umen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Konzept verwandelt.<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Der Aphorismus \/ die Idee \/ das Konzept ist das kleinste \/ das einzig m\u00f6gliche Ganze. Eine Idee ist irreduzibel, unteilbar, ein Individuum, eine Singularit\u00e4t.<br \/>\nAtonale Musik ist in ihrem Wesen etwas Offenes, aber nie Fragement \u2013 ein Fragment kann nur Fragment VON etwas sein, von einem vormalig Ganzen, das nicht Fragment sein wollte. Atonale Musik ist nicht im geringsten fragmentarisch, sie ist von vornherein kein Ganzes. Im Medium der Atonalit\u00e4t sind Fragmente nicht m\u00f6glich. Nonos Quartett ist nicht im Geringsten fragmentarischer als Stockhausens Klavierst\u00fccke. Sie sind es beide \u00fcberhaupt nicht. Atonale Musik ist kein Ganzes und kein Halbes, sie ist etwas Offenes, Ungebundenes. Ein atonales Musikst\u00fcck kann nicht fragmentarischer sein als ein anderes atonales Musikst\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Konzeptualismus ist ebenfalls nicht fragmentarisch. Konzepte sind ein Ganzes. Es gibt keine halbe Idee, keine H\u00e4lfte einer Idee. Es gibt nur bessere und schlechtere, gehaltvollere und magerere Ideen. Eine Idee aber ist eine Entit\u00e4t.<br \/>\nDie Form eines Konzeptst\u00fcckes ist ein Ganzes. Konzeptualismus ist eine spezielle Antwort auf das Formproblem.<\/p>\n<p>Form<br \/>\nFormat<br \/>\nFormel<br \/>\nFormulierung<br \/>\nFormular<br \/>\nformidabel<br \/>\nformell<br \/>\nvorm<br \/>\nFohrm<br \/>\nForm \/ Erektion \/ Verformung \/ Verf\u00fchrung<br \/>\nForm \/ Gef\u00e4\u00df \/ Scheide \/ Mund \/ Anus<br \/>\n\/\/\/\/\/\/\/<\/p>\n<p>Das Konzept als notwendiges einheitsstiftendes Moment von Kunst. Eine Idee ist \/ hat eine Identit\u00e4t, ist ein Individuum, unteilbar, unzerst\u00f6rbar \u2013 was einmal gedacht ist, ist da. Sie ist auch etwas unrelativierbares oder zumindest schwer relativierbares. Eine Idee ist ein Apfel in einer Welt voller Birnen.<\/p>\n<p>Individuum = Innovation. Eine Idee ist eine Innovation. Kein Konzept ohne Innovation.<br \/>\nEin Konzept erm\u00f6glicht Variationen, ist selber hingegen invariant. Das Konzept geht aber wiederum auf im Konzeptualismus. Es ist nach innen wie au\u00dfen offen \u2013 obwohl \/ weil es selbst ein Ganzes ist.<\/p>\n<p>Starker Formbegriff, schwacher Werkbegriff<br \/>\nSprengung des Werks in Splitter, die ganz unterschiedliche Formen haben. Die Idee hat eine abstrakte Form, aber erst mal keine konkrete (zeitliche), das hei\u00dft sie f\u00fchrt zu einer Vielzahl von (neuen) Formen. Die wiederum auf eine Gesamtform oder eine eigent\u00fcmliche Struktur verweisen.<br \/>\nDie Struktur der Relationalit\u00e4t<br \/>\nDie Struktur der Maschine<br \/>\nFormen der Relationalit\u00e4t<br \/>\nKonzepte der Maschine<\/p>\n<p>Form der Formen.<\/p>\n<p>Form aus der Zeit in das Ideelle nehmen. Entzeitlichung der Musik ebenso wie ihre Entr\u00e4umlichung.<\/p>\n<p>Reduktion, aber kein Fragment, im Gegenteil, Ganzheit durch Reduktion.<\/p>\n<p>Reduktion \/ Produktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Tr\u00e4umen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Konzept verwandelt. Der Aphorismus \/ die Idee \/ das Konzept ist das kleinste \/ das einzig m\u00f6gliche Ganze. Eine Idee ist irreduzibel, unteilbar, ein Individuum, eine Singularit\u00e4t. 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