{"id":4537,"date":"2011-05-29T05:52:51","date_gmt":"2011-05-29T03:52:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=4537"},"modified":"2011-05-25T13:58:30","modified_gmt":"2011-05-25T11:58:30","slug":"thomas-hummels-beitrag-zur-digitalisierungsdebatte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=4537","title":{"rendered":"Thomas Hummels Beitrag zur Digitalisierungsdebatte"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.dissonance.ch\/pix\/dissonanz112moxilogo.gif\" rel=\"lightbox[4537]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.dissonance.ch\/pix\/dissonanz112moxilogo.gif\" class=\"alignnone\" width=\"270\" height=\"88\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Komponist und Programmierer <a href=\"http:\/\/www.thomashummel.net\/\">Thomas Hummel<\/a> hat sich in die Debatte um Musik, \u00c4sthetik und  Digitalisierung eingeschaltet (Kulturtechno <a href=\"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?s=musik+%C3%A4sthetik+digitalisierung\">fr\u00fcher<\/a>). Sein Text &#8222;Not als Innovationsmotor&#8220; ist in der aktuellen Ausgabe der Schweizer Zeitschrift f\u00fcr Neue Musik <a href=\"http:\/\/www.dissonance.ch\/de\">dissonance<\/a> abgedruckt.<\/p>\n<p>Snip:<\/p>\n<blockquote><p>Seit einem halben Jahr verfolge ich mit grossem Interesse die Diskussion zwischen Harry Lehmann, Johannes Kreidler und Claus-Steffen Mahnkopf, die vor allem in der Zeitschrift MusikTexte zur Frage der digitalen Revolution in der Neuen Musik gef\u00fchrt wird, aber inzwischen auch andernorts aufgegriffen wurde (eine erste Zusammenfassung ist 2010 beim Wolke-Verlag, Hofheim, erschienen: Johannes Kreidler, Harry Lehmann, Claus-Steffen Mahnkopf, Musik, \u00c4sthetik, Digitalisierung. Eine Kontroverse). Ich m\u00f6chte die Gelegenheit nutzen, mich an dieser Stelle als Praktiker zu Wort zu melden, als jemand, der seit Jahren mit der Entwicklung von Software und mit Projekten besch\u00e4ftigt ist, um die es in der Diskussion geht. Besonders m\u00f6chte ich dabei auf die \u00dcberlegung von Harry Lehmann eingehen, derzufolge die digitale Revolution zu einer Entinstitutionalisierung der Neuen Musik f\u00fchrt. Ich will diesen Punkt nicht theoretisch durchdiskutieren, m\u00f6chte aber versuchen, ihn mit einigen praktischen Erfahrungen anschaulich zu machen. Die Zukunft der Neuen Musik wird nicht ohne Institutionen auskommen, das wird niemand ernsthaft bestreiten. Institutionen entstehen letztlich immer durch den Zusammenschluss von Menschen, die gemeinsame Interessen haben. Will man Grosses schaffen, dann kann ein Einzelner zwar viel, aber nicht alles erreichen. Jeder, auch der vermeintliche digitale Einzelk\u00e4mpfer, ist in vielerlei Institutionen, auch die von ihm selbst geschaffenen, eingebunden. Ohne Festivalveranstalter, Studios und Hochschulen, ohne den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland w\u00fcrde die Kultur der Neuen Musik zusammenbrechen.<\/p>\n<p>Dennoch haben die Thesen von Harry Lehmann ihre Berechtigung. Er schreibt: \u00abDie Ausgangslage der Argumentation ist also folgende: Die Neue Musik, wie sie sich im letzten halben Jahrhundert speziell in Deutschland ausgebildet hat, ist eine stark institutionalisierte Kunst. Warum sollte an diesem Zustand die digitale Revolution etwas \u00e4ndern? Die kurze Antwort lautet: sie schafft Alternativen. Der Komponist ist nicht l\u00e4nger in dieser ausschlie\u00dflichen Weise wie bisher darauf angewiesen, bestimmte Leistungen der Institution in Anspruch zu nehmen. Sie gibt den Produzenten jene Produktions- und Distributionsmittel in die Hand, welche bislang nur von der Institution bereitgestellt werden konnten. Mit anderen Worten bricht die digitale Revolution an vielen Stellen zugleich ein Dienstleistungsmonopol.\u00bb2 Dem m\u00f6chte ich mich anschliessen, wobei ich noch einen Punkt besonders betonen m\u00f6chte. Es werden sich in dem Versuch der Komponisten, sich von bestehenden Institutionen unabh\u00e4ngig zu machen und dazu digitale Medien zu benutzen, auch besondere \u00e4sthetische Antworten entwickeln, die von den bestehenden Institutionen nicht gegeben werden. Aus dem Mangel heraus werden Experimente gemacht, die vorhandene Institutionen nicht machen w\u00fcrden. Und es werden Werke aufgef\u00fchrt, die in vorhandenen Institutionen in Folge der selbstverst\u00e4rkenden Auswahlmechanismen unter den Tisch fallen. Durch das gemeinsame Interesse an neuen \u00e4sthetischen Antworten werden auch neue Institutionen entstehen, die st\u00e4rker \u00f6ffentlich gef\u00f6rdert werden, wenn sie professionell erfolgreich sind.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein l\u00e4ngerer Auszug aus dem Text ist auf der Website von dissonance zu lesen:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.dissonance.ch\/de\/hauptartikel\/149\">http:\/\/www.dissonance.ch\/de\/hauptartikel\/149<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Komponist und Programmierer Thomas Hummel hat sich in die Debatte um Musik, \u00c4sthetik und Digitalisierung eingeschaltet (Kulturtechno fr\u00fcher). Sein Text &#8222;Not als Innovationsmotor&#8220; ist in der aktuellen Ausgabe der Schweizer Zeitschrift f\u00fcr Neue Musik dissonance abgedruckt. 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