{"id":23727,"date":"2021-07-09T05:31:53","date_gmt":"2021-07-09T03:31:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=23727"},"modified":"2021-07-09T10:34:49","modified_gmt":"2021-07-09T08:34:49","slug":"mein-text-schallnamen-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=23727","title":{"rendered":"Mein Text &#8222;Schallnamen&#8220; erschienen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.transcript-publishing.com\/media\/image\/99\/99\/12\/9783837652871esH4LaoFevcl4_600x600.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Anfang 2019 habe ich eine <a href=\"https:\/\/mediathek.mdw.ac.at\/?pId=74&#038;v=$1$0QJpTMjK$eCEBiz3b1xZXSILaPVdtX\/\">Performance an der Musikuniversit\u00e4t Wien gemacht<\/a>, in der Folge habe ich f\u00fcr den Band &#8222;Knowing in Performing&#8220; einen Text geschrieben \u00fcber k\u00fcnstlerische Forschung in meiner Arbeit.<\/p>\n<p>Snip:<\/p>\n<blockquote><p>Zum Komponieren geh\u00f6rt die Reflexion \u00fcbers H\u00f6ren. Was h\u00f6rt man denn, wenn man einen Oboenton vernimmt, hier und jetzt, im 21. Jahrhundert, in Mitteleuropa? Mir ist im Zuge meiner musikalischen Arbeit immer mehr zu Bewusstsein gekommen, dass Kl\u00e4nge mit sprachlichem Wissen besetzt, ja zutiefst durchsetzt sind. Beethoven klingt wunderbar, aber es klingt auch nach Beethoven. Ein Klavier klingt sch\u00f6n, und klingt nach \u203aKlavier\u2039. Sprache geht dem H\u00f6ren voraus. Am Anfang war das Wort.<br \/>\nSolange neue Kl\u00e4nge gefunden werden konnten, lie\u00df sich dem entweichen. Die \u203aabsolute Musik\u2039 des 19. Jahrhunderts verdankte sich unverbrauchten Klanglichkeiten wie dem seinerzeit modernen Fl\u00fcgel, der neuen Klarinette, den innovativen Ventilblechblasinstrumenten oder Neubauten wie dem Kontrafagott. \u00c4hnlich entfaltete sich die vollkommen abstrakte \u00c4sthetik Gottfried Michael Koenigs, dem Pionier der synthetischen elektronischen Musik in den 1950ern und 60ern; er hatte Ger\u00e4te, mit denen sich ganz neuartige Kl\u00e4nge generieren lie\u00dfen. Die These lautet aber: Das kommt an ein Ende, unverbrauchte Kl\u00e4nge werden \u00e4u\u00dferst rar, so wie das Periodensystem der Elemente in den letzten Jahrzehnten kaum noch um einen Eintrag reicher geworden ist.<br \/>\nZuletzt waren da die \u203aerweiterten Spieltechniken\u2039 der Neuen Musik, von denen Mathias Spahlinger im Programmtext zu seinem Duo f\u00fcr Violine und Cello adieu m\u2019amour 1980 noch schreiben konnte, dass sie \u00bbungew\u00f6hnlich\u00ab seien, und die M\u00f6glichkeiten der digitalen Klangsynthese und -verarbeitung. Doch mittlerweile sind auch die erweiterten Spieltechniken nahezu restlos ausgeforscht, in B\u00fcchern katalogisiert, mit allgemein g\u00fcltigen Notationssymbolen versehen und standardisierter Gegenstand der Kompositionsausbildung. Gleichfalls sieht man im Bereich von Audiosoftware nurmehr die Optimierung und Verfeinerung etablierter Kategorien, Prinzipien, Herstellungsweisen, spricht \u00fcber kanonisierte Anwendungsgeschichten, wei\u00df um historische und kulturelle Verortungen. Dass ein tats\u00e4chlich ungeh\u00f6rter, frischer Klang aus dem Lautspecher erklingt, davon ist kaum noch zu berichten. Im Pop diagnostiziert Simon Reynolds generell die \u00bbRetromania\u00ab \u2013 man remixed eigentlich nur noch einstige Errungenschaften wieder und wieder.<br \/>\nJe mehr die Kl\u00e4nge also da sind und bleiben, desto mehr werden sie auch versprachlicht, ihr Ziel und Schicksal, die \u203aTendenz des Materials\u2039 ist die Nominalisierung. Musik wird be-sprochen, ein- und ausgesprochen. <\/p><\/blockquote>\n<p>Annegret Huber \/ Doris Ingrisch \/ Therese Kaufmann \/ Johannes Kretz \/ Gesine Schr\u00f6der \/ Tasos Zembylas (eds.)<br \/>\nKnowing in Performing<\/p>\n<p>Artistic Research in Music and the Performing Arts<\/p>\n<p>How can performing be transformed into cognition? Knowing in Performing describes dynamic processes of artistic knowledge production in music and the performing arts. Knowing refers to how processual, embodied, and tacit knowledge can be developed from performative practices in music, dance, theatre, and film. By exploring the field of artistic research as a constantly transforming space for participatory and experimental artistic practices, this anthology points the way forward for researchers, artists, and decision-makers inside and outside universities of the arts.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.transcript-publishing.com\/978-3-8376-5287-1\/knowing-in-performing\/\">https:\/\/www.transcript-publishing.com\/978-3-8376-5287-1\/knowing-in-performing\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang 2019 habe ich eine Performance an der Musikuniversit\u00e4t Wien gemacht, in der Folge habe ich f\u00fcr den Band &#8222;Knowing in Performing&#8220; einen Text geschrieben \u00fcber k\u00fcnstlerische Forschung in meiner Arbeit. Snip: Zum Komponieren geh\u00f6rt die Reflexion \u00fcbers H\u00f6ren. Was h\u00f6rt man denn, wenn man einen Oboenton vernimmt, hier und jetzt, im 21. Jahrhundert, in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":"","footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-23727","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-id"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23727"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23727"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23736,"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23727\/revisions\/23736"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}