{"id":19574,"date":"2017-11-14T05:39:26","date_gmt":"2017-11-14T03:39:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=19574"},"modified":"2017-11-13T16:50:56","modified_gmt":"2017-11-13T14:50:56","slug":"streitgesprach-gisela-nauck-johannes-kreidler-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=19574","title":{"rendered":"Streitgespr\u00e4ch Gisela Nauck \/ Johannes Kreidler erschienen"},"content":{"rendered":"<p>In der <a href=\"https:\/\/www.positionen.net\/inhalt_pos.php?Heft=113\">neuen Ausgabe der &#8222;Positionen&#8220;<\/a> ist ein >Streitgespr\u00e4ch< zwischen Herausgeberin Gisela Nauck und mir erscheinen, in dem es um meinen Text<a href=\"http:\/\/www.kreidler-net.de\/theorie\/kreidler__der_aufgeloeste_musikbegriff.pdf\"> &#8222;Der aufgel\u00f6ste Musikbegriff&#8220;<\/a> geht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kreidler-net.de\/kulturtechno-files\/aufgeloest.gif\" rel=\"lightbox[19574]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.kreidler-net.de\/kulturtechno-files\/aufgeloest.gif\" class=\"alignnone\" width=\"500\" height=\"211\" \/><\/a><\/p>\n<p>Snip:<\/p>\n<blockquote><p>Johannes Kreidler: Thesen<br \/>\n1. Ausgehend von Adornos Schlagwort der \u00bbVerfransung der K\u00fcnste\u00ab habe ich in meinem Text festgestellt, dass mittlerweile in einem nicht da gewesenen Ausma\u00df der Begriff der Musik (wie auch die herk\u00f6mmlichen Einteilungen anderer Kunstsparten, was schon Juliane Rebentisch oder Peter Osborne beschrieben haben) zur Disposition steht, da in der innovativen k\u00fcnstlerischen Praxis Elemente verschiedener K\u00fcnste nicht nur verfransen, sondern vielmehr sich durchmischen.<br \/>\n2. Es hat nat\u00fcrlich auch seinen Reiz, weiterhin das Label Musik zu verwenden, obwohl ein darunter pr\u00e4sentiertes Werk diverse andere Medien inkorporiert. Aber ab einem gewissen Ausma\u00df wird dieses Etikett einfach unzul\u00e4nglich, beschneidend, wenn nicht albern.<br \/>\n3. Man kann diesen Prozess als Aufl\u00f6sung beschreiben: Parameter verschiedener Medien l\u00f6sen sich aus traditioneller Spartenzugeh\u00f6rigkeit und treten neu zusammen \u2013 ein musikalischer Rhythmus kann mit Licht artikuliert werden, ein Instrumentalist kann im Ausstellungsraum statt auf der Konzertb\u00fchne agieren, Noten k\u00f6nnen Teil eines Videos sein, usw. Der \u203aMusik\u2039-Begriff ist dann ein historischer.<br \/>\n4. Es wird aber nicht alles irgendwie \u203aMedienkunst\u2039. Anhand basaler Unterscheidungen wie r\u00e4umlich\/zeitlich, visuell\/auditiv, materiell\/immateriell, verk\u00e4uflich\/unverk\u00e4uflich lassen sich wiederum k\u00fcnstlerische Praktiken differenzieren und verschiedenen Darbietungsformaten, also auch Institutionen, zuordnen. Gleichfalls wandeln sich diese aber, gerade auch was die Ausbildung betrifft.<\/p>\n<p>Gisela Nauck: Angesichts der Entwicklung der musikalischen Moderne in den letzten f\u00fcnfzig Jahren habe ich mich gefragt, warum Du heute von dem veralteten, Adornoschen Verfransungsbegriff von Musik aus den 1960er Jahren ausgehst und nicht vom Cageschen Musikbegriff, der ja l\u00e4ngst nicht nur die Autonomie des Werkbegriffs an seine Grenzen gef\u00fchrt hat, sondern selbst schon in positivem Sinne den Aufl\u00f6sungsbegriff enth\u00e4lt? Deine These von der Aufl\u00f6sung bricht in sich zusammen, wenn dieser Cagesche Musikbegriff zugrunde gelegt wird, der die musikalische Entwicklung des letzten halben Jahrhunderts ja enorm beeinflusst hat. <\/p><\/blockquote>\n<p>Auch sonst bietet das Themenheft zur >Entgrenzung< viele interessante Beitr\u00e4ge-\n\n\n\n\n<blockquote>Patrick Frank, Die gedem\u00fctigte ernste Musik \u2022 Gisela Nauck\/Johannes Kreidler, Auf\u00f6sung von Musik oder Transformation? Quo vadis hybridisierte neue Musik \u2022 Anton Wassiljew, Gegen Musik. Ein sehr pers\u00f6nlicher Bericht \u00fcber Agonie, Ideologie und die Ersch\u00f6pfung der negativen Logik der Kunst \u2022 Antoine Beuger\/Nikolaus Gerszewski, Was Musik sein kann. Gespr\u00e4ch zweier Komponisten \u00fcber 4\u201833\u2018\u2018, die Konsequenzen und \u00bbMusicking\u00ab \u2022 Malte Giesen, Video killed the string quartet. Zum Einsatz von Video in neuer Musik \u2022 Sarah Nemtsov, Warum noch Orchester? \u2022 Thomas Gerwin, Demokratisierung der klingenden Kunst \u2022 Hans-Ulrich Werner, Angewandte Medienwissenschaft \u2022 Martina Seeber, New Disziplin \u2022 Gisela Nauck, Musik als Skulptur. Dmitri Kourliandskis Weg vom Kunstwerk zur Wahrnehnehmung \u2022 Maximilian Marcoll, Der Schritt ins Visuelle \u2022 Thomas N\u00fcckel, Ein Wolf im Schafspelz? Das Tripel: K\u00fcnstler \u2013 Werk \u2013 H\u00f6rer unter algorithmischen Bedingungen \u2022 Cornelius Schwehr, Klaus Huber, eine Erinnerung \u2022 Katja Heldt, Die Kampagne feld notes. Ein Marketing-Konzept f\u00fcr die Berliner zeitgen\u00f6ssische Musik \u2022 Jim Quilty\/Karim Haddad\/Ziad Nawfal, Die Szene neuer Musik im Libanon \u2022 <\/p><\/blockquote>\n<p>Vor einem Monat ist in Musik &#038; \u00c4sthetik auch Daniel Feiges Antwort auf meinen Text erschienen (Kulturtechno <a href=\"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=19516\">fr\u00fcher<\/a>). Schon Anfang des Jahres erschien in den MusikTexten das <a href=\"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=18576\">Gespr\u00e4ch zwischen Hannes Seidl und mir<\/a> zum Thema \u201cAufl\u00f6sen \/ Erweitern\u201d. Auch von Harry Lehmann steht ein Text in der Pipeline, der zu diesen Fragen Stellung bezieht.<br \/>\nN\u00e4chstes Jahr werde ich einige >Nachbemerkungen zum aufgel\u00f6sten Musikbegriff< ver\u00f6ffentlichen, die wiederum den auf den Text Reagierenden antworten wird.\n\n\n\n\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der neuen Ausgabe der &#8222;Positionen&#8220; ist ein >Streitgespr\u00e4ch< zwischen Herausgeberin Gisela Nauck und mir erscheinen, in dem es um meinen Text &#8222;Der aufgel\u00f6ste Musikbegriff&#8220; geht. Snip: Johannes Kreidler: Thesen 1. 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