{"id":17587,"date":"2016-09-18T09:21:19","date_gmt":"2016-09-18T07:21:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=17587"},"modified":"2016-10-02T18:45:49","modified_gmt":"2016-10-02T16:45:49","slug":"aus-tralien-12","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=17587","title":{"rendered":"Aus Tralien #12"},"content":{"rendered":"<p>Gold Coast, 14.8.<br \/>\nDas vertrackte Englisch. Angefangen bei den ganzen falschen Freunden (will, become, eventually, sensible); dann gibt es f\u00fcr viele deutsche Ausdr\u00fccke zwei englische (liberty\/freedom, jump\/bounce, everything\/anything, near\/close), andererseits gibt es deutsche W\u00f6rter, f\u00fcr die es keine englischen gibt, zB >Stipendiat< sagt man im Englischen nicht, man k\u00f6nnte vielleicht >stipend receiver< oder so sagen, sagt aber niemand, und man kann nicht >sein Auto tanken<, man >geht zur tank station<.\n\nIm Flugzeug nach Gold Coast. Aus dem Fenster die Blue Mountains, man sieht (kontrollierte) Buschfeuer. Meine lesbische Begleitung, die sexuell mit allen Wassern gewaschen bzw. beschmutzt zu sein scheint, erz\u00e4hlt reichlich Gossip, checkt die Stewardessen auf ihre Geilheit, sie ist ein Testosteronbolzen in einem Frauenk\u00f6rper.\n\nBei Ankunft gleich ein Bad im Pazifik, der quasi den Hinterhof der Wohnung bildet. \n\nIn den Cafes Hippiemusik auf akustischen Gitarren, es scheint der Soundtrack zur Surfkultur zu sein, oder kommt noch von Goya her. Kaum auszuhalten.\n\nUrlaub-Arbeit. F\u00fcr manche Arbeit muss man einfach Zeit verstreichen lassen, es arbeitet dann schon, aber man kann es nicht aktiv beschleunigen, so wenig wie man eine Schwangerschaft beschleunigen kann.\n\nGold Coast, 15.8.\nWhale watching, Buckelwale vor der australischen Westk\u00fcste, die zu der Jahreszeit in w\u00e4rmere Gefilde ziehen. Man sieht sie erst von weitem, wie sie immer wieder kurz auftauchen, auch mal die Schwanzflosse hochheben und dann sch\u00f6n damit wieder eintauchen. Eine Portion Erhabenheit, diese gro\u00dfen ruhigen Tiere. Die Leute klatschen ihnen Applaus (schlimm f\u00fcr einen Applausgegner). Sp\u00e4ter macht das Boot Kehre, man dachte schon, das wars, aber dann geht es an eine andere Stelle, wo die Wale ganz nah ans Boot kommen, sie scheinen regelrecht neugierig zu sein und die Menschen gr\u00fc\u00dfen zu wollen. Die Leiterin, eine Maori, macht Stimmung. Leider h\u00e4nge ich zwischendurch an der Reeling, der Wellengang ist enorm und das Schiff klein.\n\nGratulation an Celeste Oram zum Kranichsteiner Musikpreis. Habe auf Kulturtechno vor zwei Jahren schon mal eine sch\u00f6ne Arbeit von ihr gepostet.\n\nGespr\u00e4ch am Strand. Der Experimentalfilm wandert aus dem Kino in die Galerien, alle streben zur Bildenden Kunst bzw. schluckt die alles, ihrem Markt- und Prestigetriumph ist nichts entgegenzusetzen.\nAber nat\u00fcrlich gibt es dann auch Experimentalfilmer, die daf\u00fcr k\u00e4mpfen, dass man gerade jetzt den Ort braucht, an dem man >gefangen< ist, sich radikalem Film aussetzt und nicht gleich nach ein paar Sekunden weitergeht bzw. weiterklickt.\n\u00dcbers K\u00fcnstlerleben. Danni: \u201eIt\u2019s a criminal\u2019s career\u201c. Danach kann man nie mehr in die b\u00fcrgerliche Welt zur\u00fcckfinden.\nNietzsche. Zerst\u00f6rte alles, nur nicht die Kunst. Kunst ist unsere Religion. Wenigstens die beste aller Religionen.\nArtspeak. \u201eKomplex\u201c. alles muss heute >komplex< sein. Begriff also auf dem Hund. Ich sage lieber \u201eviel\u201c, oder das \u201eRiesige\u201c, im englischen \u201emassive\u201c, steckt dann auch \u201eMasse\u201c drin, also eine quantitative Bestimmung.\n\nLinks:\n<a href=\"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=14676\">Celeste Orams Rasurpartitur<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=17246\">Gegen Applaus<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gold Coast, 14.8. Das vertrackte Englisch. 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