{"id":14200,"date":"2014-10-23T05:06:44","date_gmt":"2014-10-23T03:06:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=14200"},"modified":"2014-10-23T12:49:18","modified_gmt":"2014-10-23T10:49:18","slug":"22-music-pieces-for-video","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=14200","title":{"rendered":"22 music pieces for video"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Jahr standen die Donaueschinger Musiktage unter dem Motto &#8222;und+&#8220;, womit  Komponisten gemeint waren, die auch in anderen Medien k\u00fcnstlerisch t\u00e4tig sind. Ich hatte den Auftrag, eine neue Videoarbeit f\u00fcr die Ausstellung zu machen. Here it is.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/ddYNlyRgIlU\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kulturtechno.de\/images\/IMG_1801.jpg\" rel=\"lightbox[14200]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.kulturtechno.de\/images\/IMG_1801-300x225.jpg\" alt=\"\" title=\"Donaueschinger Musiktage 2014 Ausstellung\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignnone size-medium wp-image-14201\" srcset=\"http:\/\/www.kulturtechno.de\/images\/IMG_1801-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.kulturtechno.de\/images\/IMG_1801-150x112.jpg 150w, http:\/\/www.kulturtechno.de\/images\/IMG_1801-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.kulturtechno.de\/images\/IMG_1801.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aus dem Katalog:<\/p>\n<blockquote><p>Johannes Kreidler gilt als einer der Hauptvertreter einer Richtung, die als \u201eNeuer Konzeptualismus\u201c bezeichnet wird. Diese programmatische Ank\u00fcndigung ist nur auf den ersten Blick aufw\u00fchlend, denn die Konzeptkunst hat bereits seit den 1960er Jahren ausprobiert, wie es m\u00f6glich ist, mit Musik Kunst im Sinne des Kontextes zu machen. Hinter der Geschichte der Konzeptkunst steckt die Idee der Institutionenkritik, wie sie fr\u00fchestens mit Marcel Duchamps ber\u00fchmter skulpturaler Geste eines ausgestellten Urinals, dervon ihm so benannten <em>Fontaine<\/em>, ihren Ausgang nimmt. Etwas vom Geist dieser Institutionenkritik scheint gleich am Anfangvon Johannes Kreidlers Videoarbeit <em>22 music pieces for video<\/em> durch. Auf einem sechzehnfach geteilten Monitor begeht der Komponist in sechzehn unterschiedlichen Handlungen Selbstmord. An sp\u00e4terer Stelle tauchen andere Formen des kompositorischen Selbstmordes auf. Das Komponieren also am Ende? &#8211; Zumindest in seiner konventionellen Form als niedergelegte Schrift in Form einer umzusetzenden Partitur. So jedenfalls k\u00f6nnte man eine dieser Grundideen der Videoarbeit verstehen. Es handelt sich aber auch um eine der Grundfragen eines Bildes von einer Komposition, denn in Form einer Partiturschrift kann Musik auch ein Bild sein.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nDiese das Video durchziehende Sprachskepsis hat ihren Vorl\u00e4ufer in der konkreten Poesie, die Kreidler in der durchg\u00e4ngigen Verfahrensweise seines Videos zitiert. Zu sehen ist das ber\u00fchmte \u201eApfel-Gedicht\u201c von Reinhard D\u00f6hl. In ungef\u00e4hrer Kreisform angeordnet, formt das wiederholte \u201eApfel\u201c-Zeichen das Bild eines Apfels, in dessen rechter Ecke der Wurm als \u201eWurm\u201c steckt. So wie in D\u00f6hls wunderbarem Gedicht Schrift, Sprache, Lesen und Sprechen in einem Augen-Blick auseinander dividiert werden, l\u00e4sst auch Johannes Kreidler Bild und Klang auseinander fallen, um dennoch ein funktionierendes Ganzes zu bilden. Der Komponist also doch nicht am Ende? In der Tat handelt es sich nicht um 22 St\u00fccke f\u00fcr Musik, sondern &#8211; so der korrekte Titel der Videoarbeit &#8211; um 22 Musikst\u00fccke f\u00fcr Video. Das hei\u00dft, die Videotechnik mit ihren Schnittfunktionen, ihren M\u00f6glichkeiten der Synchronisation von Ton und Bild und die Multiplikation des Bildes in zahllose Bildfelder sind die neuen Kompositionstechniken, die in derTat nichts mehrzu tun haben mit dem traditionellen, arbitr\u00e4ren Zusammenhang von Schrift und Klang. Insofern \u00fcberlebt der Komponist doch am Ende und die bildliche Behauptung seines Selbstmordes am Beginn ist eben nur eine Behauptung. Da sie aber schon penetrant sechzehnmal behauptet wird, muss sie auch nicht wahr sein. Und so manch b\u00f6ser Scherz wird um die ewige Wahrheit der Musikgeschichte getrieben: Drei mit \u201eThis is old\u201c beschriebene CD-ROMs werden in ein akustisches Leseger\u00e4t geschoben. Zu h\u00f6ren ist dann Beethovens F\u00fcr Elise. Und die vom Kreidler\u2019schen Scanner gelesene Stille John Cages kann sehr beredt sein.<\/p>\n<p>Bernd K\u00fcnzig<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Stuttgarter Zeitung schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>Auch der Komponist Johannes Kreidler bewegt sich in seiner unter Aspekten der musikalischen Form und Technik geschnittenen Video-Installation \u201e22 St\u00fccke f\u00fcr Musik\u201c intelligent zwischen Klang und Bild \u2013 wobei er nicht nur bei seiner multiplen Selbstt\u00f6tung auf einem sechzehnfach geteilten Bildschirm mit bizarrer Selbstironie den Zusammenhang zwischen Zeichen und Bezeichnetem infrage stellt.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.donaueschinger-musiktage-ich-glaub-mein-schwein-pfeift.e62cbcf3-ab00-44fa-8135-e88c52334fb3.html\">http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.donaueschinger-musiktage-ich-glaub-mein-schwein-pfeift.e62cbcf3-ab00-44fa-8135-e88c52334fb3.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Jahr standen die Donaueschinger Musiktage unter dem Motto &#8222;und+&#8220;, womit Komponisten gemeint waren, die auch in anderen Medien k\u00fcnstlerisch t\u00e4tig sind. 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