{"id":10181,"date":"2013-03-14T05:26:18","date_gmt":"2013-03-14T03:26:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=10181"},"modified":"2013-09-02T16:19:51","modified_gmt":"2013-09-02T14:19:51","slug":"satze-uber-musikalische-konzeptkunst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kulturtechno.de\/?p=10181","title":{"rendered":"S\u00e4tze \u00fcber musikalische Konzeptkunst"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li>Ein      Konzeptst\u00fcck wird von einer pointierten Idee determiniert.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Die      Idee ist eine Maschine, die das Kunstwerk produziert. Der Prozess sollte      keinen Eingriff n\u00f6tig haben, er sollte seinen eigenen Verlauf nehmen.      (LeWitt 1967)<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Die      Konzeptmaschine heute ist vor allem der Algorithmus.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Das Verarbeitungsmaterial      der Maschine heute ist das totale Archiv.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Details,      rhetorische Mittel und formale Gestaltung sind meistens nur ad\u00e4quat in      Form von Readymades oder per Zufallsgenerator.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Zu      jedem Kunstwerk, das physisch ausgef\u00fchrt wird, gibt es viele unausgef\u00fchrte      Varianten. (LeWitt 1967)<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Die      sinnliche Erscheinung ist nur ein Aspekt des Werks, dem mehr oder weniger      Wert zugebilligt werden kann.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Jedes      St\u00fcck Neuer Musik hat konzeptuelle Anteile. (Spahlinger 2009)<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Nicht      alle Ideen m\u00fcssen verwirklicht werden. (LeWitt 1967)<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Aus      vielen verschiedenen Konzeptvarianten oder -st\u00fccken kann man aber wiederum      eine detaillierte Form komponieren. Anreicherung mit Witzen ist auch ok.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Eine      belanglose Idee kann man nicht durch eine sch\u00f6ne oder expressive      Ausf\u00fchrung retten. Hingegen ist es schwierig, eine gute Idee zu      verpfuschen. (LeWitt 1967)<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Eine      gute Idee kann man durch eine sch\u00f6ne oder expressive Ausf\u00fchrung      verpfuschen.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Ideen      sind das Expressivste und Sch\u00f6nste \u00fcberhaupt.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Improvisation      ist selten musikalische Konzeptkunst, erst recht nicht, wenn die      Improvisation gut ist.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Musikalischer      Konzeptualismus ist eine Art Minimalismus.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Die      Musik muss nicht selbsterkl\u00e4rend sein. Andermediale Zusatzmittel (Text, Video,      Performance) braucht der Komponist-Konzeptualist nicht zu scheuen, sie      sind sogar konsequent zu artikulieren (keine wichtige Information im      Programmheft verstecken).<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Trau      dich, noch die kleinste Idee zu ver\u00f6ffentlichen, wenn du glaubst, dass an      ihr irgendwas dran ist. Aber setze sie in einen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Aufwand      (f\u00fcr eine kleine Idee nicht mehr als ein kleiner Text).<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Ein Konzeptmusikst\u00fcck      muss nicht ganz angeh\u00f6rt werden.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Nur      diejenige Musik ist Neue Musik, bei der die Frage gestellt wird, ob es      sich \u00fcberhaupt um Musik handelt. (Spahlinger 1992)<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Je      unmusikalischer, desto besser.<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li>Auf      die Konzeptualisierung folgt die Kontextualisierung. (Weibel 1993)<\/li>\n<\/ol>\n<ol><\/ol>\n<ol><\/ol>\n<p style=\"text-align: right;\">Johannes Kreidler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Konzeptst\u00fcck wird von einer pointierten Idee determiniert. &nbsp; Die Idee ist eine Maschine, die das Kunstwerk produziert. Der Prozess sollte keinen Eingriff n\u00f6tig haben, er sollte seinen eigenen Verlauf nehmen. 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